In Gorleben wird es trotz des bevorstehenden Besuches des Umweltministers keinen echten Dialog mit den Bürgern geben. Entscheidungen sind längst getroffen. Das verhöhnt die Menschen im Wendland und verkommt zur reinen Showveranstaltung für Norbert Röttgen, erklärt Ute Vogt.

 

Schwarz-Gelb bekennt Farbe: In Gorleben wird es keinen echten Dialog geben und Landbesitzer, die ihr Land nicht für den Bau eines Endlagers verkaufen wollen, könnten früher oder später enteignet werden. Einen entsprechenden SPD-Antrag, der den Stopp der Erkundung und den Beginn eines wirklichen Dialogs in Gorleben vorsah, hat die schwarz-gelbe Bundesregierung abgelehnt.

 

Im Herbst vergangenen Jahres hat der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das die Müllmenge beim atomar strahlenden Müll um 5.000 Tausend Tonnen zusätzlich erhöht. Ein Gesetz, das für Gorleben mehrere hundert Castoren zusätzlich bedeutet. Ein Gesetz, das die Neuerkundung des Bergwerks und sogar Enteignungen von Landbesitzern ausdrücklich ermöglicht. Nach diesen Entscheidungen plant Umweltminister Röttgen ein Gorleben-Besuch und möchte mit den Menschen vor Ort "reden". In Wahrheit ist dies maximal ein Pseudodialog, der die Menschen im Wendland verhöhnt.

 

Ein Dialog hat dann einen Sinn, wenn mitgeredet werden kann und noch die Möglichkeit zu einer Entscheidung besteht. Ein Dialog, der nur noch dazu dient, die eigenen Entscheidungen zu rechtfertigen, hat nichts mehr mit einem Gespräch zu tun. Es ist vielmehr der Versuch, zu beschönigen und Aufmerksamkeit zu erlangen. Das geschieht in einer Atmosphäre, in der man die Menschen vor vollendete Tatsachen stellt.

 

Dass die Menschen im Wendland Röttgens Pseudo-Dialog ablehnen, ist absolut verständlich. Sie wollen ihre berechtigten Interessen vertreten und Ernst genommen werden. Aber sie wollen dabei nicht als Kulisse für Röttgens Gorleben-Show verspottet werden.