Zur ersten Lesung des SPD-Antrags „Neue Chancen für Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt“ erklären die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Anette Kramme und der zuständige Berichterstatter Josip Juratovic:

Die SPD setzt sich dafür ein, dass alle Menschen eine faire Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Die Praxis zeigt jedoch: Menschen mit ausländischem Namen haben bei Bewerbungen weniger Chancen. Bewerber mit türkischem Namen erhalten bei Stellen für hochqualifizierte Bewerber 14 Prozent weniger positive Antworten als Personen mit deutsch klingenden Namen. In kleineren Unternehmen sind die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch sogar um 24 Prozent geringer. Mehrere hunderttausend Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten unter ihrer Qualifikation, weil ihre Berufsabschlüsse nicht anerkannt werden.

Wir müssen die Chancen für Menschen mit Migrationshintergrund am Arbeitsmarkt verbessern. Unter der schwarz-gelben Bundesregierung herrscht hier trotz der seit Jahren bekannten Probleme Stillstand.

Die SPD-Fraktion hat detaillierte Forderungen zur besseren Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt ausgearbeitet.

  • Wir fordern anonyme Bewerbungen, um Diskriminierung abzubauen.
  • Das arbeitsmarktpolitische Instrumentarium muss zudem stärker an den Bedürfnissen dieser Menschen ausgerichtet werden.
  • Mehr Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote müssen auf Migranten zugeschnitten werden. Selbst die Bundesregierung hat in einem Bericht eingeräumt, dass die bisherige Förderung unzureichend ist.
  • Auch in den JobCentern fehlt eine spezifische Förderung von Migranten. Für eine effektive Jobvermittlung sollte der Anteil an Beratungsfachkräften mit Migrationshintergrund (jetzt drei Prozent) erhöht werden; auch interkulturelle Schulungen sind geboten.