Frank Schwabe, menschenrechtspolitischer Sprecher:

Im Jahre 2013 wurde der 30. Juli durch die Vereinten Nationen zum Welttag gegen Menschenhandel erklärt. Der Aktionstag macht auf die Menschen aufmerksam, die im Zuge globaler Migrationsbewegungen Opfer von Menschenhandel und Versklavung werden.

„Rund 60 Prozent der Opfer von Menschenhandel werden nach Angaben der Vereinten Nationen sexuell ausgebeutet - aber auch Zwangsarbeit, Zwangsehen, erzwungenes Betteln oder der Handel mit menschlichen Organen sind festzustellen.

In Deutschland konzentriert sich die Bekämpfung von Menschenhandel vor allem auf den Bereich Prostitution. Jedes Jahr werden zwischen 600 und 800 Personen als Betroffene von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung, also Zwangsprostitution, identifiziert.

Für eine verbesserte Bekämpfung des Menschenhandels muss die internationalen Zusammenarbeit und Verfolgung von Menschenhändlern sowie der Schutz der Opfer deutlich ausgebaut und intensiviert werden. Nur durch eine konsequente länderübergreifende Zusammenarbeit lassen sich internationale Netzwerke zerschlagen.

Die Expert*innengruppe des Europarates für Menschenhandel (GRETA) fordert in ihrem zweiten Evaluierungsbericht zur Lage in Deutschland zudem, noch stärkere Aufmerksamkeit auf Prävention und Bekämpfung des Menschenhandels zum Zwecke der Ausbeutung von Arbeitskräften zu legen, einen effektiven Zugang zu Hilfe und Schutz zu ermöglichen und vor allem die Schaffung eines nationalen Aktionsplans und ein umfassendes statistisches System zum Thema Menschenhandel zu schaffen.

Nur durch entschlossenes und koordiniertes Vorgehen kann Menschenhandel bekämpft werden.“