Elvira Drobinski-Weiß, verbraucherpolitische Sprecherin:

Der Präsident des Bundeskartellamts Mundt hat heute erneut auf die Marktkonzentration im Lebensmitteleinzelhandel hingewiesen. Durch ihre Marktmacht können große Anbieter Handelsbedingungen diktieren – mit negativen Auswirkungen für die gesamte Lebensmittelkette.

„Die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel ist problematisch. Der Kampf um Marktanteile wird über einen enormen Preisdruck ausgefochten, der letztlich zu Lasten aller Beteiligten geht. Das gilt für die gesamte Lieferkette, angefangen bei den Landwirten. Das gilt aber auch für Arbeitsbedingungen und Löhne in der Branche, die unter dem Preisdruck leiden. Und letztlich geht dies auch zu Lasten der Qualität. Das verstößt gegen die Interessen der Verbraucher.

Wenn 85 Prozent des Marktes in der Hand von vier großen Lebensmitteleinzelhändlern liegen, können die Händler Preise und Bedingungen für die Zulieferer bestimmen. Immer wieder wird dabei auch von unfairen Handelspraktiken berichtet. Doch führt die Abhängigkeit der Zulieferer dazu, dass über unfaire Lieferbedingungen nicht offen gesprochen werden kann. Deshalb setzt sich die SPD-Bundestagsfraktion dafür ein, dass eine Ombudsstelle eingerichtet wird, bei der solche Vorfälle anonym gemeldet werden können.

Es ist gut, dass das das Bundeskartellamt unabhängig agiert und über einen fairen Wettbewerb wacht. Davon profitieren alle – auch der Lebensmitteleinzelhandel. Das Bundeskartellamt leistet sehr gute und wichtige Arbeit.“