Detlev Pilger, sportpolitischer Sprecher:

In der Anhörung des Sportausschusses im Deutschen Bundestag haben sich die Sachverständigen heute für eine Kronzeugenregelung im Anti-Doping-Gesetz ausgesprochen. Wie in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Sektor ist auch im Sport die effizienteste und erfolgreichste Aufdeckung dann möglich, wenn die selbst daran Beteiligten oder ihr Umfeld der Justiz brauchbare Hinweise liefern.

„Das Anti-Doping-Gesetz dient der Bekämpfung des Einsatzes von Dopingmitteln und Dopingmethoden im Sport. Mit ihm sollen Gesundheit, Fairness und Chancengleichheit für die Athletinnen und Athleten gesichert und die Integrität des Sports gefördert werden. Seit fast vier Jahren ist das Gesetz nun in Kraft und es kann erste Erfolge vorweisen. So kam es während der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft 2019 in Innsbruck und Seefeld Ende Februar zu Razzien, die österreichische und deutsche Behörden gemeinsam durchgeführt hatten.

Die jüngsten Ermittlungen der Justiz zeigen, dass es vor allem auf Hinweisgeber aus dem direkten Umfeld von Dopingnetzwerken ankommt. Das Anti-Doping-Gesetz kann nur ein scharfes Schwert gegen die illegalen Machenschaften werden, wenn wir den Beteiligten mit Hilfe der Kronzeugenregelung einen Weg aus der Doping-Falle aufzeigen. Wir müssen neue Anreize für geständige Doper schaffen, damit sie endlich auspacken.“