Der Test einer nuklearwaffenfähigen Rakete durch Indien verschärft die Spannungen in der Region. Indien darf seine militärischen Kapazitäten nicht weiter ausbauen. Das nukleare Wettrüsten in der Region muss gestoppt werden. Notwendig ist eine Initiative zur regionalen Abrüstung und Stabilität, erklärt Uta Zapf.
Der Test einer nuklearwaffenfähigen Rakete verschärft die Spannungen in der Region. Das Wettrüsten zwischen China und Indien wird angeheizt und erschwert den Aufbau von Vertrauen, Kooperation und Stabilität.
Auch Pakistan, der Erzrivale Indiens, wird seine Waffenarsenale ausbauen, um mit Indien gleichzuziehen. Durch Sonderregelungen für Indien durch die Nuclear Suppliers Group (NSG), einer Gruppe von Staaten, die den Export von Nukleargütern reglementieren, sollte Indien an das Regime des Nichtverbreitungsvertrages herangeführt werden.
Kontrolle der zivilen Reaktoren durch die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) gegen Aufhebung des Verbotes der Lieferung von Nuklearmaterial und -technik - das war der Deal. Dieser Test und die fortgesetzte weitere nukleare Aufrüstung Indiens sind ein Beleg dafür, dass Indien keinen Deut näher am Nichtverbreitungsvertrag ist als vorher. Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass nun sogar die Mitgliedschaft Indiens in der NSG diskutiert wird.
Wir fordern die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass Indien nicht Mitglied in der NSG wird. Sie soll auf die indische Regierung einwirken, das Ziel nuklearer Abrüstung substanziell zu unterstützen, zum Beispiel durch die Bereitschaft, ein sofortiges Testmoratorium auszusprechen und dem umfassenden Teststoppabkommen beizutreten.
Indien darf seine militärischen Kapazitäten nicht weiter ausbauen. Das nukleare Wettrüsten in der Region muss gestoppt werden. Notwendig ist eine Initiative zur regionalen Abrüstung und Stabilität.