Frank Schwabe, menschenrechtspolitischer Sprecher:

Die kurdische Sängerin Hozan Cane wurde letztes Jahr in der Türkei zu einer gut sechsjährigen Haftstrafe verurteilt, der Vorwurf des Gerichts lautete Verbreitung von Terrorpropaganda. Gestern wurde ihre Tochter Gönül Örs ebenfalls verhaftet, sie wurde zuvor im April mit einer Ausreisesperre belegt. Beide Frauen sind deutsche Staatsbürgerinnen und haben sich in den letzten Jahren für die Rechte der Kurdinnen und Kurden eingesetzt. Der Verdacht liegt nahe, dass Verhaftung und Verurteilung politisch motiviert sind.

„Die gestrige Verhaftung von Gönül Örs zeigt erneut, dass sich die politische Situation in der Türkei in keiner Weise entspannt, sondern ganz im Gegenteil weiter verschärft hat. Präsident Erdogan steht politisch unter großem Druck und reagiert mit zunehmenden Repressionen gegen politische Gegner. Zu ihnen gehören auch die Sängerin Hozan Cane und ihre Tochter Gönül Örs. Beide sitzen wegen ihres politischen Engagements für die Rechte der Kurdinnen und Kurden im Gefängnis. Hozan Canes Gesundheitszustand hat sich in den letzten Monaten massiv verschlechtert, sie muss in jedem Fall aus humanitären Gründen aus der Haft entlassen werden.“