Der vorgesehene neue Wettbewerb zur Förderung der akademischen Weiterbildung an den deutschen Hochschulen ist ein guter Schritt in die richtige Richtung - weitere müssen aber schnell folgen. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert schon seit langem die stärkere Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte. Darum begrüßen wir den KMK-Beschluss zum bundesweit vergleichbaren und erleichterten Hochschulzugang für Fachkräfte ohne Abitur. Dieser sieht für Ausgebildete mit Berufserfahrung den fachgebundenen Hochschulzugang vor sowie für Meister und vergleichbar Qualifizierte mindestens den allgemeinen Hochschulzugang. Die SPD-Bundestagsfraktion kann sich bei letzteren zusätzlich auch einen fachgebundenen direkten Master-Zugang vorstellen, um angesichts des Fachkräftebedarfs die Attraktivität für ein Studium ohne Abitur zu erhöhen. Entscheidend ist aber in jedem Fall, dass die Länder ihren Beschluss auch schnell in die Tat umsetzen.
Mehr Angebote für Teilzeitstudien sind ebenso nötig wie die Berücksichtigung der Bedürfnisse eines berufsbegleitenden Studiums im BAföG. Die von der SPD vorgeschlagene deutliche Anhebung der BAföG-Altersgrenzen für das Bachelor-Studium (35 Jahre) und das Master-Studium (40 Jahre) hilft ebenfalls beruflich Qualifizierten. Unser Ziel ist, die Zahl der Studierenden ohne Abitur bis 2015 auf mindestens 30.000 zu verdreifachen.
Der von Bund und Ländern vereinbarte Wettbewerb kann helfen, gute Beispiele für die Öffnung der Hochschulen zu unterstützen und wird zeigen, dass beruflich Qualifizierte ihren guten Platz an den Hochschulen haben. Wir wollen aber über den bundesweit einheitlich geregelten Hochschulzugang sowie eine verbesserte Ausstattung der Hochschulen zu Rechtsansprüchen und guten Angeboten überall kommen, damit alle ihre Möglichkeiten optimal ausschöpfen können und der absehbare Fachkräftemangel wirksam bekämpft wird.