Elvira Drobinski-Weiß, stellvertretende Sprecherin für Ernährung und Landwirtschaft;
Jeannine Pflugradt, zuständige Berichterstatterin:

Gemeinsam mit dem Koalitionspartner fordert die SPD-Bundestagsfraktion die Bundesregierung in einem gemeinsamen Antrag dazu auf, gegen den Anstieg ernährungsbedingter Erkrankungen vorzugehen. Der Antrag wird heute im Bundestag verabschiedet.

„Unabhängig von Herkunft, Bildung und Einkommen müssen sich alle Menschen gesund und ausgewogen ernähren können. Ausgewogene Ernährung ist Teil eines gesunden Lebensstils. In Deutschland ist in den vergangenen Jahren eine Zunahme von ungesundem Ernährungsverhalten und Bewegungsmangel festzustellen, in deren Folge die Anzahl der übergewichtigen Menschen zunimmt.

Es ist für uns von besonderer Wichtigkeit, dass gegen den Anstieg ernährungsbedingter Krankheiten aktiv etwas unternommen wird. Hierbei muss die Gruppe der Kinder und Jugendlichen in einen besonderen Fokus gerückt werden. Der Antrag der Koalitionsfraktionen plädiert für verpflichtende Qualitätsstandards für die KiTa- und Schulverpflegung, an öffentlichen Kantinen sowie in Pflegeheimen und Krankenhäusern. Darüber hinaus fordern wir ein Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel in Grundschulen und Kindertagesstätten sowie süßigkeitenfreie Kassenzonen in Supermärkten.

Zudem muss die Wirtschaft mit einer nationalen Reduktionsstrategie für Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten in die Pflicht genommen werden. Wir möchten nicht nur ausschließlich an die Verbraucher appellieren, ihr Verhalten zu verändern, sich gesünder sowie bewusster zu ernähren und sich mehr zu bewegen. Vielmehr geht es uns auch darum, die Rahmenbedingungen für eine gesunde Ernährung zu verbessern, damit alle Menschen und gerade alle Kinder eine Chance auf ein gutes und gesundes Leben haben.“