Ulrike Bahr, zuständige Berichterstatterin:

6,2 Millionen Menschen können in Deutschland laut der aktuellen Leo-Studie nicht richtig lesen oder schreiben. Zum Weltalphabetisierungstag am 8. September präsentiert die SPD-Bundestagsfraktion Vorschläge, um die von Bund und Ländern initiierte Alpha-Dekade auszubauen.

„Am Geld darf es nicht scheitern, wenn wir Fortschritte erzielen wollen. Nicht erst die Corona-Pandemie zeigt, dass wir mehr digitale und gesundheitsorientierte Projekte brauchen. Viele Rezepte, Diagnostika und schriftliche Informationen zum Virus oder anderen Krankheiten sind für Personen mit geringen Lesekompetenzen nicht verständlich. Gleichzeitig müssen wir weg von Stigmen und das Thema in die Öffentlichkeit tragen. Es ist nichts Verwerfliches daran, nicht richtig lesen oder schreiben zu können, denn das kann man in jedem Alter nachholen.

Lesen und schreiben zu können sind Grundvoraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben. Es ist daher auch eine Grundaufgabe des Staates, allen zu ermöglichen diese Fähigkeiten zu erwerben. Deutschland hat mit der Alpha-Dekade ein Vorzeigeprojekt gestartet. Bund und Länder arbeiten mit ausgewählten Sozialpartnern zusammen, um verstärkt gegen Analphabetismus zu wirken. Dazu wurden für den Zeitraum von 2016 bis 2026 180 Millionen Euro zugesagt. Bisher wurden rund 123 Millionen bewilligt.“