Zur Gedenkfeier für die Opfer der Neonazi-Mordserie erklärt die Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion Aydan Özoguz:

Es war ein gutes Signal, dass Kanzlerin Merkel bei Gedenkfeier für die Opfer der Neonazi-Mordserie heute deutliche Worte zu den Taten gefunden hat. Die Angehörigen der Opfer können aber vermutlich erst dann zur Ruhe kommen, wenn die Taten umfassend aufgeklärt sind. Dabei müssen wir schonungslos vorgehen, erklärt Aydan Özoguz.

 

Das war eine angemessene Gedenkveranstaltung, die vielen die Geschehnisse in Erinnerung gerufen hat. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat deutliche Worte zu den Taten gefunden, sie sprach von einer "Schande für unser Land". Das war ein sehr gutes Signal. Schade, dass in der Rede das Thema Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft kaum Erwähnung fand. Denn daran muss gearbeitet werden.

 

Berührend war auch die Ansprache von Herrn Yozgat, der seinen Sohn verloren hat. Er bedankte sich ausdrücklich bei Altbundespräsident Wulff für dessen Initiative, die Trauerfeier durchzuführen. Yozgat sprach aus, was viele andere denken. Er sagte: "Wulff war auch unser Bundespräsident." Und er wünschte sich unter anderem, dass die Straße, in der sein Sohn geboren und später erschossen wurde, seinen Namen tragen soll. Das wäre ein mahnendes und angemessenes Zeichen.

 

Bei vielen Angehörigen entstand aufgrund des Umgangs nach den Morden der Eindruck, dass sie keine vollwertigen Mitglieder unserer Gesellschaft seien. Erinnert sei nur an das Unwort des Jahres 2011 "Döner-Morde”. Dem wurde heute mit der Gedenkveranstaltung entgegen gewirkt. Die Angehörigen der Opfer können aber vermutlich erst dann zur Ruhe kommen, wenn die Taten umfassend aufgeklärt sind. Dabei müssen wir schonungslos vorgehen.