In den vergangenen Tagen mussten wieder deutsche Passagiermaschinen notlanden. Die Bundesregierung muss dieses Problem endlich angehen, indem Sie die gravierende Beeinträchtigung durch kontaminierte Kabinenluft ernst nimmt und handelt, erklärt Hans-Joachim Hacker.

 

Die Bundesregierung scheint die gravierende Beeinträchtigung der Sicherheit im Flugverkehr durch kontaminierte Kabinenluft nicht ernst nehmen zu wollen. Nicht nur in den vergangenen Tagen, sondern auch über Monate und Jahre hinweg gibt es gesundheitliche Beeinträchtigungen in Folge von Kabinenluftbelastungen in Flugzeugen. Davon betroffen sind sowohl die Besatzung als auch die Flugpassagiere.

 

Die heutige Notlandung einer Maschine der Lufthansa in der russischen Stadt Perm im Ural muss für die Bundesregierung das letzte Alarmzeichen sein, um endlich zu handeln. Es geht nicht an, dass es bei derartigen Vorkommnissen bei Mutmaßungen zu den Ursachen bleibt und keine exakte Fehlersuche erfolgt. In den Meldungen zu dem heutigen Vorkommnis in Perm ist von einem "chemischen Geruch" und von "Dunstentwicklung" die Rede, die zu Augenreizungen und Atembeschwerden geführt haben.

 

Eine Expertenanhörung im Tourismusausschuss des Deutschen Bundestages am 21. September 2011 hat belegt, dass in den letzten Jahren zahlreiche ähnliche Vorkommnisse festgestellt wurden. Auch der Vertreter der Flugzeugindustrie sprach in diesem Zusammenhang von einem "Problem".

 

Die Bundesregierung muss endlich handeln. Das offensichtliche Risiko für Passagiere und Besatzungsmitglieder muss beseitigt werden.