Rainer Spiering, zuständiger Berichterstatter:

Aus dem Entwurf des Berufsbildungsberichtes 2018 geht hervor, dass jede vierte Ausbildung in Deutschland frühzeitig beendet wird. Die Gründe hierfür sind vielfältig und sollten differenziert betrachtet werden. Es lohnt sich jedoch gerade bei den betroffenen Branchen, die Ausbildungsvergütung, Ausbildungsqualität und die Zukunftsperspektiven der Auszubildenden zu überprüfen.

Die SPD-Bundestagsfraktion fordert nachdrücklich eine zügige Überarbeitung des Berufsbildungsgesetzes. Wir wollen in allen Berufen für junge Menschen Zukunftsperspektiven entwickeln, die Qualität der Ausbildung verbessern und eine angemessene Ausbildungsvergütung in allen Branchen durchsetzen.

„Das deutsche duale Berufsausbildungssystem, das in der ganzen Welt nachgeahmt und geschätzt wird, trägt ganz entschieden zur Zukunftssicherung des Landes bei. In Anbetracht des enormen Fachkräftemangels dürfen wir uns jedoch nicht auf den Erfolgen des Systems ausruhen, sondern müssen jetzt handeln, um die Qualität der Berufsbildung in Deutschland deutlich zu verbessern. Die Dringlichkeit zeigen nicht zuletzt die hohen Abbrecherquoten, die aus dem Entwurf des Berufsbildungsberichts 2018 hervorgehen.

Im Rahmen der Novelle des Berufsbildungsgesetzes setzt sich die SPD-Bundestagsfraktion für die zügige Einführung einer Mindestausbildungsvergütung ein. Zudem sollen mit der Novelle die Ausbildungsqualität verbessert werden, das Ehrenamt im Prüfungswesen gestärkt und eine verbindliche Möglichkeit eines Durchstiegs von einer zweijährigen in eine drei bzw. dreieinhalb jährige Ausbildung geschafft werden. Um die Qualität der Berufsausbildung zu sichern, gilt es, die Universitäten dahingehend zu unterstützen, die berufspädagogischen Bereiche auszubauen und für mehr Studierende zu werben. Für uns stehen die Zukunftsperspektiven der jungen Menschen an erster Stelle. Die Auszubildenden sollen nach einer erfolgreich beendeten Ausbildung gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.“