Die aktuelle Studie zeigt wie wichtig die Erneuerung des Hochschulpaktes ist, um die Lehre zu verbessern und den Zugang zum Masterstudium offen zu halten. Unsere Hochschulen sind leistungsfähig, aber es gibt noch eine Menge zu tun. Die Ergebnisse bestätigen die Klage über zu wenig Praxisbezug bei gleichzeitiger Stoffüberfrachtung in den neuen Studiengängen. Umso problematischer ist das, da die Studierenden mehrheitlich auf eine Erwerbstätigkeit angewiesen sind und Schwierigkeiten bekommen Studium und Job unter einen Hut zu bekommen. Das muss besser werden, doch gute Lehre kostet eben nicht nur Mühe sondern auch Geld für Personal und Betreuung.
Ein Thema, das in Zukunft noch stärker in den Vordergrund rücken wird, ist das Angebot an Master-Studienplätzen. Der Studie zufolge ist das Interesse von Bachelorabsolventen an der Aufnahme eines Master-Studienganges immens hoch. Derzeit finden die meisten Interessenten auch einen Platz in ihrem Wunschfach und sogar an ihrer Wunschhochschule. Doch es gibt auch erkennbare Probleme in einzelnen Bereichen, etwa für Fachhochschulabsolventen in Sprach-, Kultur- und Wirtschaftswissenschaften. Wenn wir nicht handeln, wird in den kommenden Jahren aufgrund der fortschreitenden Umstellung der Studienstruktur daraus ein größeres Problem werden.
Wir fordern einen "Hochschulpakt Plus", mit dem durch einen Abschlussbonus gute Lehre an den Hochschulen finanziell unterstützt und belohnt sowie die Einrichtung von Masterstudiengängen gefördert wird. Bundesministerin Schavan hätte unsere volle Unterstützung, wenn sie konkrete Vorschläge in dieser Richtung machen würde, anstatt neue Vorschläge als "Nörgelei" abzutun.