Starke Schmerzen, ein Unfall oder ein plötzlich erkranktes Kind: In einer Notsituation ist oft unklar, wohin man sich wenden soll. Rettungsdienst, ärztlicher Bereitschaftsdienst und Notaufnahme arbeiten bislang zu häufig nebeneinander. Das verunsichert Patientinnen und Patienten und belastet die Beschäftigten.

Der Bundestag hat deshalb eine grundlegende Reform der Notfallversorgung beschlossen. Künftig sollen die Notrufnummer 112 und der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 enger zusammenarbeiten. Eine standardisierte medizinische Ersteinschätzung soll helfen, Menschen schnell in die passende Versorgung zu vermitteln.

„Unser Gesundheitssystem muss sie zuverlässig an die richtige Stelle lotsen“, erklären der gesundheitspolitische Sprecher Christos Pantazis und die zuständige Berichterstatterin Tanja Machalet.

An Krankenhäusern sollen Integrierte Notfallzentren entstehen. Dort arbeiten Notaufnahme und ärztliche Notdienstpraxis mit einer gemeinsamen Ersteinschätzung zusammen. Wer ambulant behandelt werden kann, soll diese Hilfe verlässlich erhalten. Die Notaufnahmen bekommen dadurch mehr Raum für Menschen, die dringend eine Behandlung im Krankenhaus brauchen.

Für die SPD-Bundestagsfraktion zählt, dass die Reform im Alltag ankommt: mit klaren Zuständigkeiten, besserer Zusammenarbeit und verlässlichen Wegen in die weitere Versorgung. Menschen sollen im entscheidenden Moment schnell die Hilfe bekommen, die sie benötigen.