Die Raumfahrt leistet wichtige Beiträge für viele Bereiche der Gesellschaft: für Forschung und Innovation, für Wachstum und Arbeitsplätze, für den Klimaschutz und den Schutz der Erde, für die Sicherheit und die internationale Zusammenarbeit. Raumfahrtanwendungen finden sich häufig im Alltag, von der Telekommunikationstechnik über die Satellitennavigation, von der Wettervorhersage bis zur Verkehrs- und Raumplanung und zum Katastrophenschutz. Die Raumfahrttechnologie hat sich so zu einer strategischen Schlüsseltechnologie entwickelt, die wichtige Impulse für Wachstum und Arbeitsplätze in Deutschland gibt.

Auf der anstehenden ESA-Ministerkonferenz (European Space Agency, zu Deutsch: Europäische Weltraumorganisation) am 2. Dezember 2014 sollten zukunftsfähige und verlässlich finanzierte Entscheidungen zur Weiterentwicklung des Trägersystems Ariane getroffen werden. Bei der geplanten Neustrukturierung der Zusammenarbeit zwischen ESA und der EU sollte es zu einer klaren Aufgabenverteilung kommen.

Das fordern die Koalitionsfraktionen in ihrem Antrag „Strategische Ziele für die Raumfahrt in dieser Legislaturperiode absichern“, der am Freitag in den Bundestag eingebracht wurde (Drs. 18/3040).

In dem Antrag heißt es: „Europa braucht auch künftig einen gesicherten, unabhängigen, kostengünstigen und wettbewerbsfähigen Zugang zum All. Deshalb muss das bis heute sehr erfolgreiche europäische Trägersystem Ariane weiter entwickelt werden. Dabei muss das Ziel, ein wettbewerbsfähiges Trägersystem bei vertretbaren Kosten für die Mitgliedstaaten zu schaffen, im Fokus stehen. Die aktuell anstehenden Entscheidungen über ein Nachfolgemodell für die Ariane 5 müssen finanzierbar sein und die Weichen für eine konkurrenzfähige und flexible Nutzung stellen.“

Nutzen für den Menschen im Mittelpunkt

Notwendig sind zudem Entscheidungen zur weiteren europäischen Beteiligung an der Internationalen Raumstation ISS, um die Forschung unter Weltraumbedingungen und die internationale Zusammenarbeit im All fortzuschreiben.

Weiter fordern die Fraktionen, Deutschland müsse intensiv für seine Position zur Neustrukturierung der Zusammenarbeit zwischen ESA und der EU werben: Das Verhältnis von ESA und EU sei sowohl für die Finanzierung von Raumfahrtprojekten als auch für die Verteilung der industriellen Raumfahrtkapazitäten in Europa von grundlegender Bedeutung.

Die Arbeit der ESA ist der Vorlage nach auch für die EU in ihrer neuen Zuständigkeit für die Raumfahrt laut Vertrag von Lissabon unverzichtbar. Die ESA könne aber nur dann weiter als erfolgreicher Technologiedienstleister für die EU tätig sein, wenn ihre bewährten Strukturen und ihre Autonomie erhalten bleiben und es weiterhin eine klare Aufgabenverteilung zwischen EU und ESA gibt.

Um die hohen Kosten von Raumfahrtprojekten zu begründen, muss gerade auch der konkrete Nutzen für die Menschen im Mittelpunkt der deutschen und europäischen Raumfahrtpolitik stehen.