"Meine Befürchtung war, dass ein Präsident Romney ein ohnehin gespaltenes Land eher weiter auseinander treibt", sagte Steinmeier im ARD-Morgenmagazin. Obama habe das Potenzial, die unterschiedlichen Interessen, Schichten und Ethnien in dem Land zusammenzuführen. Man dürfe nicht unterschätzen, was Obama bislang geschafft habe. "Eine Gesundheitsreform in den USA ist eine kleine Revolution." Die Hoffnungen in Obama seien aber vielleicht nicht mehr ganz so "überirdisch" wie bei seiner ersten Wahl vor vier Jahren.

Steinmeier rechnet mit wachsenden Ansprüchen der Amerikaner an ihre europäischen Partner. "Wir müssen mehr investieren in diese Zusammenarbeit über den Atlantik hinweg. Die Erwartung an uns wird eher steigen", sagte Steinmeier. Über die transatlantische Zusammenarbeit müsse neu nachgedacht werden. "Wir haben ein Interesse daran, dass die Europäer wichtig bleiben."

Gernot Erler, Fraktionsvize, sagt: "Der wiedergewählte US-Präsident steht 
für die Beendigung der ISAF-Mission in Afghanistan bis Ende 2014, für die 
Wiederaufnahme des Nahost-Friedensprozesses zwischen Israel und den 
Palästinensern und für eine politische Lösung im Konflikt um die mögliche 
iranische Atombewaffnung. Mit seiner beeindruckenden Wiederwahl trotz 
schwieriger Umstände im Gepäck kann Obama jetzt an den Wegmarken seiner 
ersten Amtszeit anknüpfen."

Der Vorsitzende der Deutsch-Amerikanischen Parlamentariergruppe im Bundestag, Hans-Ulrich Klose, hat die Wiederwahl Barack Obamas begrüßt. Es sei ein schöner Morgen, auch wenn sich die Entscheidung etwas hingezogen habe, sagte der SPD-Außenpolitiker im Deutschlandfunk.

"Die letzten vier Jahre waren so, dass man schon ängstlich sein musste um die Zukunft dieses großen Landes." Die Geschichte zeige aber, dass das Potenzial an Erneuerung in den USA groß sei. Wichtig sei daher für Obama, auf die Führung der Republikaner zuzugehen.