Der saisonale Effekt der Herbstbelebung im September ist dieses Jahr äußerst schwach. Zwar ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um 7.000 Personen gesunken. Doch bestätigt sich die seit Anfang 2012 zu beobachtende Bremsspur von Wirtschaft und Arbeitsmarkt: Der Rückgang der Arbeitslosigkeit wird von Monat zu Monat schwächer.
SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil führt die nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt auf zwei Gründe zurück: die Krise in der Euro-Zone schlägt sich zunehmend in der deutschen Konjunktur nieder und gleichzeitig hinterlassen die Kürzungen in der Arbeitsmarktpolitik tiefe Spuren. Allein 2013 werden es 6,5 Milliarden Euro sein. So hat Frau von der Leyen etwa den Gründungszuschuss, der Arbeitslosen bisher sehr erfolgreich den Weg in die wirtschaftliche Selbstständigkeit ermöglicht hat, radikal zusammengestrichen.
„Die Bundesregierung muss schleunigst Vorsorge treffen, um einer weiteren Verschlechterung der Lage vorzubeugen“, fordert Heil. Dazu gehöre, den Gründungszuschuss wieder zu einem erfolgreichen Instrument der Wirtschaftsförderung zu machen und mit einer Wiedereinführung der veränderten Regelungen zur Kurzarbeit für Beschäftigungssicherung zu sorgen. Heil: „Wenn die Zeiten schwieriger werden, ist es besser, Arbeit zu finanzieren als für Arbeitslosigkeit zu bezahlen.“