Frau Schavan irrt zunehmend kopflos durch die Hochschuldebatten. Erst wurde die Fernuniversität Hagen als Bundesuniversität ins Spiel gebracht, nun ist es die Berliner Charité. Offenkundig hat Frau Schavan keine Idee, was nach der Exzellenzinitiative kommen soll. Doch anstatt öffentlich zu improvisieren und für alle Beteiligten irritierende Testballons steigen zu lassen, sollte Frau Schavan ihre Arbeit erledigen und dem Deutschen Bundestag ein diskussionsreifes Konzept vorlegen.
Für uns ist klar: Die Einrichtung von Bundesuniversitäten einfach nur als mehr oder weniger willkürliche Privilegierung einzelner Standorte kommt nicht in Frage. Vielmehr müssen wir nach der Exzellenzinitiative unser Hauptaugenmerk darauf richten, dass die Hochschulen insgesamt gestärkt werden und die gute Lehre in den Mittelpunkt der Anstrengungen rücken. Die SPD ist offen für eine stärkere Rolle des Bundes bei einer Anschlussinitiative. Schavans Strickmuster aber ist Standortpolitik durch die Hintertür: es soll offenbar nach dem Muster laufen "drei für den Süden, eine für NRW und Berlin bekommt auch etwas ab". Das ist keine wissensbasierte Politik, sondern Geschacher. So sieht keine vernünftige Politik aus.