Befristete Arbeitsverträge, fehlende Planbarkeit der Karriere, Unvereinbarkeit von Familie und Beruf: dies sind die Bedingungen, die junge Akademikerinnen und Akademiker in Deutschland in Kauf nehmen müssen, wenn sie sich ihren Traum einer wissenschaftlichen Karriere erfüllen möchten.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des HochschulInformationsSystems HIS zur Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Die Bundesregierung versucht auch hier erneut, sich mit einem "dafür sind wir nicht zuständig" aus der Affäre zu ziehen und zeigt mit dem Finger auf die Hochschulen, die bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen des wissenschaftlichen Nachwuchses die Hauptverantwortung tragen. Doch der Bund muss und kann auch durch Kooperation mit den Ländern die Hochschulen dabei unterstützen.

Ein erster Schritt wäre die Aufhebung der Tarifsperre im Wissenschaftszeitvertragsgesetz. Ebenso wäre ein zweites Juniorprofessurenprogramm, mit dem weitere 1.000 Juniorenprofessuren mit einer echten Tenure-Track-Option geschaffen werden, sinnvoll. Weitere Bausteine wären die Unterstützung der Hochschulen bei der Erstellung von Personalentwicklungskonzepten sowie die Vergabe von Bundesmitteln für Forschung und Lehre an Bedingungen bei der Personalstruktur zu knüpfen.

Es reicht nicht aus, auf laufende Programme zu verweisen und sich dabei auf die Schulter zu klopfen. Die Ergebnisse der HIS-Studie zeigen, dass auch der Bund deutlich mehr Engagement zeigen muss.