Erst die Mövenpickspende und die Reduzierung der Mehrwertsteuer für das Hotelgewerbe, dann die mögliche Versteigerung von Laufzeiten der Atomkraftwerke, jetzt eine weitere Alibi-Abgabe der Kraftwerksbetreiber an die Regierung und als Gegenleistung die Laufzeitverlängerung? Der Eindruck der Käuflichkeit dieser Regierung verfestigt sich. Wo bleibt die Sachdiskussion? Es wird immer deutlicher, dass es der Regierung nicht um ein zukunftsfähiges Energiekonzept geht, sondern um das Stopfen von Haushaltslöchern. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Laufzeitverlängerung geht im schwarz-gelben Goldrausch unter. Es ist bezeichnend, dass sich die Bundesregierung in keiner Weise mit den Ausführungen des eigenen Sachverständigenrates auseinandersetzt, der vor einer Laufzeitenverlängerung der Atomkraftwerke warnt. Das für Herbst angekündigte Energiekonzept wird zur Farce, da die Grundsatzentscheidung der Laufzeitverlängerung wohl längst gefallen ist und die Dauer der Laufzeitverlängerung an möglichen Einnahmen ausgerichtet wird. Dass mit dieser Risikotechnologie der kurzfristige Profit gesucht wird und gleichzeitig für unzählige Generationen unkalkulierbare Folgen hingenommen werden, ist ein neuer Skandal, der die umweltpolitische Unfähigkeit dieser Bundesregierung einmal mehr unterstreicht.