Die Expertenkommission setzt sich dankenswerterweise mit der Qualität der Lehre und mit der Umsetzung der Bologna-Reform an den Hochschulen auseinander. Zurecht wird festgehalten, dass die Bologna-Reform reformiert werden muss. Allerdings sind die Schlussfolgerungen der Kommission leider teilweise widersprüchlich. Zwar werden Studiengebühren als sinnvoll eingestuft, wenn sie in die Lehre investiert werden. Sie sollen aber Studieninteressierte nicht vom Studium abhalten. Wir entnehmen aber gerade einer aktuellen Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS), dass Studiengebühren in hohem Maße zum Verzicht auf die Aufnahme eines Studiums beitragen. Studiengebühren ohne abschreckende Wirkung gibt es nicht. Darum muss nicht nur das BAföG, wie von der Kommission gefordert, verbessert werden, sondern auch Verbesserungen in der Lehre öffentlich finanziert werden.

Die SPD-Bundestagsfraktion fordert seit langem einen "Pakt für Gute Lehre" im Umfang von drei Milliarden Euro in drei Jahren. Jetzt kommt Bundesministerin Schavan mit einem halbherzigen Vorschlag um die Ecke, der 200 Millionen Euro für 100 Hochschulen vorsieht - also gerade einmal zwei Millionen je Hochschule. Das reicht nicht, um den Anforderungen auch der Expertenkommission gerecht zu werden.