Mit der Sperrung der mit den Gesellschaftern fest vereinbarten Mittel haben gestern CDU- und FDP-Haushaltspolitiker eine kunstfremde und kulturfeindliche Entscheidung getroffen. Sie gefährdet die Zukunft der in der ROC zusammengeschlossenen Orchester und Chöre von solch herausragender Qualität und internationaler Bedeutung, erklärt Wolfgang Thierse.
Mit der Sperrung der mit den Gesellschaftern fest vereinbarten Mittel haben gestern CDU- und FDP-Haushaltspolitiker eine kunstfremde und kulturfeindliche Entscheidung getroffen. Sie gefährdet die Zukunft der in der ROC zusammengeschlossenen Orchester und Chöre von solch herausragender Qualität und internationaler Bedeutung.
Erst im Dezember hatte der Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Diskussion über die Fusion der beiden Orchester für beendet erklärt und zugesagt, dass künftige Entscheidungen über die ROC in Ruhe und mit allen Beteiligten diskutiert werden. Jetzt aber sollen offensichtlich fernab jeder kulturpolitischen Verantwortung Nägel mit Köpfen gemacht werden. Dabei wäre nach dem Wirbel im Dezember für die Zukunft der Orchester nichts wichtiger, als sie erst einmal wieder zurück in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Die Diskussion über die Zukunft der ROC - über andere Trägerschaften, Einsparpotenziale, Zusammenlegung oder über das Fortbestehen der ROC in der jetzigen Form - darf nicht unter dem Damoklesschwert von Mittelstreichungen erfolgen.
CDU und FDP setzen sich absichtsvoll dem Verdacht aus, hervorragende Orchester und Chöre mutwillig zu zerstören. Wenn solches Vorgehen Schule macht - mit Billigung von Bernd Neumann? - wissen wir, was der Kultur in Deutschland blühen wird.