Haushalte mit geringem Einkommen entlasten

Das Wohngeld steigt

Soziale Städte, lebenswerte Quartiere und bezahlbare Mieten sind die wichtigsten wohnungspolitischen Ziele der SPD-Bundestagsfraktion. Dazu gehört auch das Wohngeld, das vor allem Haushalte mit geringem Einkommen entlastet. Um die Leistungsfähigkeit des Wohngelds als sozialpolitisches Instrument der Wohnungspolitik zu erhalten, muss es regelmäßig angepasst werden. Einem entsprechenden Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform des Wohngeldrechts und zur Änderung des Wohnraumförderungsgesetzes hat der Bundestag am Donnerstag in 2./3. Lesung zugestimmt (Drs. 18/4897).
Großwohnsiedlung

Zentrale Regelung des Gesetzentwurfes ist die Anpassung des Wohngelds an gestiegene Einkommen und höhere Warmmieten. Dabei werden künftig nicht die Kalt-, sondern die Warmmieten berücksichtigt. Zuletzt wurde das Wohngeld im Jahr 2009 erhöht. Seitdem sind nicht nur die Wohnkosten, sondern auch die Zahl der Haushalte in Deutschland und damit die Nachfrage nach Wohnraum gestiegen. Besonders für Haushalte mit geringen Einkommen wird es immer schwerer, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

 

Zahlreiche Haushalte profitieren

Angesichts zunehmender regionaler Engpässe auf dem Wohnungsmarkt und steigender Mieten und Heizkosten wird das Leistungsniveau des Wohngeldes angehoben. Von der Reform profitieren rund 870.000 Haushalte, darunter knapp 90.000 Haushalte, die bisher auf Leistungen aus der Grundsicherung angewiesen waren. Bundesministerin Barbara Hendricks (SPD) betonte, dass hinter diesen Zahlen hunderttausende Menschen stünden, die lange auf die Wohngelderhöhung gewartet hätten: „Wir sorgen dafür, dass für sie Wohnen bezahlbar bleibt.“

Künftig bekommen mehr Menschen Wohngeld und jede/r Einzelne auch deutlich mehr. Durch eine regionale Staffelung steigt das Wohngeld stärker in den Gebieten, in denen auch die Mieten überdurchschnittlich stark steigen – wie beispielsweise in Ballungsräumen und Universitätsstädten. Anders als im Gesetzentwurf vorgesehen soll das Wohngeld bereits zum 1. Januar 2017 in Kraft treten.

 

Wohngeld regelmäßig überprüfen

Im parlamentarischen Verfahren konnte die SPD-Bundestagsfraktion den Gesetzentwurf an entscheidender Stelle verbessern: Die Höchstbeträge für Miete und Belastung, die Mietenstufen und die Höhe des Wohngeldes müssen alle zwei Jahre durch die Bundesregierung überprüft werden. Der erste Bericht soll bis zum 30. Juni 2017 vorgelegt werden. Außerdem soll die Bundesregierung prüfen, ob eine Klimakomponente im Wohngeld eingeführt werden kann. Auch soll der Anreiz des Wohngeldes gegenüber der Grundsicherung verbessert werden. Und die Bundesregierung soll Mechanismen untersuchen, die das systematische Herauswachsen aus dem Wohngeld einschränken. Wie sich die Wohngelderhöhung auswirkt, soll evaluiert werden.

Mit der Wohngeldnovelle ist eine Anpassung an reale Verbrauchspreise, Einkommensverhältnisse und Wohnkosten erfolgt. Für die Zukunft muss es jedoch gelingen, dem steigenden Wohnraumbedarf in bestimmten Regionen durch Neubautätigkeit zu begegnen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

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      527
      Für eine gute Lebens- und Wohnqualität kommt der Bezahlbarkeit von Wohnraum eine enorme Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund erfüllt das Wohngeld als nachgelagertes Sicherungssystem eine wichtige sozialpolitische Funktion, der wir mit der heutigen Reform des Wohngeldgesetzes verstärkt Rechnung tragen, erklärt Michael Groß.
    • Pressemitteilung
      Nr.
      398
      Die SPD-Bundestagsfraktion hält Wort: Es wird mehr Wohngeld für mehr Menschen geben. Der Gesetzentwurf von Ministerin Barbara Hendricks, der heute im Bundestag debattiert wird, unterstützt Haushalte mit niedrigem Einkommen und entlastet die Kommunen, erklären Bernhard Daldrup und Ulrich Hampel.
    • Pressemitteilung
      Nr.
      191
      Das Bundeskabinett hat heute die gesetzliche Wohngeldreform und ihre Verankerung im Bundeshaushalt auf den Weg gebracht und damit einen wichtigen und längst überfälligen Meilenstein für geringverdienende Haushalte gesetzt. Künftig bekommen mehr Menschen Wohngeld und jeder Einzelne auch deutlich mehr, erklären Michael Groß und Steffen-Claudio Lemme.