Ein Kommentar von Magdalena Deil

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendpressetage der SPD-Fraktion waren aufgefordert, einen Kommentar zu schreiben, weshalb der Klimaschutz sozial gerecht gestaltet werden muss. Die besten vier Beiträge veröffentlicht spdfraktion.de nun.

„Die Dinosaurier dachten auch, sie hätten Zeit“
„Klima ist wie Bier: Warm ist scheiße!“
„Das Klima ist aussichtsloser als unser Mathe-Abi!“

Solche oder so ähnliche Sprüche hat bestimmt schon jeder einmal in den letzten Monaten auf den Plakaten und Schildern der Demonstranten und Demonstrantinnen der Fridays-for-Future-Bewegung gesehen. An dieser Stelle wollen wir einmal davon absehen, dass nichts auf diesem Planeten aussichtsloser ist als meine Abiturprüfung im Fach Mathematik und uns stattdessen damit beschäftigen, warum es wichtig ist, wirkungsvolle Klimapolitik zu machen, ohne dabei die sozialen Aspekte zu vernachlässigen.

Große Änderungen am Verhalten vornehmen

Damit mein Beitrag nicht in einen Text aus mehreren Seiten ausartet, kratzen wir nur die Oberfläche des Themas etwas an. Dass eine sozial gerechte Klimapolitik sinnvoll ist, ist meiner Meinung nach nicht abzustreiten, da wir nach Ansicht des Großteils aller seriöser Wissenschaftler sehr bald recht große Änderungen an unserer Politik und Verhalten vornehmen müssen, um die schlimmsten Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels, dessen Existenz kein halbwegs vernünftig denkendes Individuum mehr bestreiten kann, noch abwenden zu können. Andererseits ist es nicht vertretbar, diese Änderungen auf Kosten der ohnehin schon sozial Schwachen vorzunehmen.

Dem Konsens der Wissenschaftler zufolge ist eine CO₂-Bepreisung eine der wichtigsten, aber nicht die einzige notwendige Maßnahme; jedoch ist diese bekanntermaßen umstritten. Einerseits ist die im Klimapaket der GroKo enthaltene Besteuerung viel zu niedrig, als dass sie überhaupt Auswirkungen hätte, andererseits ist die Kritik an höheren Preisen irgendwo auch nachvollziehbar, da sich unter anderem auch der Benzinpreis dadurch erhöhen wird. Sicher, das ist das Ziel der CO₂-Bepreisung, aber besonders Geringverdiener oder Bewohner infrastrukturell schwächerer Regionen leiden darunter, während besser betuchte Mitbürgerinnen und Mitbürger weiter in ihren halben Panzern, auch SUV genannt, mit 220 km/h über die unbegrenzten Autobahnen Deutschlands rasen.

Mehr erneuerbare Energien

Auch E-Autos kann sich derzeit eher ein geringer Teil der Bevölkerung leisten, wobei hierfür oftmals auch die Ladesäulen fehlen und der Strom für die ebenfalls nicht besonders umweltfreundlichen Batterien schließlich auch nicht auf Bäumen wächst, sondern leider immer noch aus einem viel zu großen Teil aus Atom- und vor allem Kohlekraftwerken kommt.

Eine sinn- und wirkungsvolle, aber auch sozial gerechte Klimapolitik sollte also daraus bestehen, Kohlenstoffdioxid zu besteuern, um Anreize für klimafreundliche Alternativen zu schaffen, so schnell wie möglich jegliche fossile Energiegewinnung durch erneuerbare Energien zu ersetzen (und nein, das wird weder Arbeitsplätze noch die Wirtschaft zerstören, sondern eher mehr neue Arbeit schaffen), aber vor allem sollte auch ein massiver Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel gerade auf dem Land und möglichst auch günstigere Bahntickets im Vordergrund stehen. Eventuell ist dies leichter gesagt als getan, aber ich habe die Hoffnung in die Politik noch nicht vollständig aufgegeben und glaube daran, dass dies umsetzbar ist – und das möglichst bald, bevor die Zeitbombe Klima endgültig explodiert.