Debatte zum Baukulturbericht 2014/2015

Die Qualität der gebauten Umwelt ist entscheidend für die Identität unserer Städte und Gemeinden. Das zeigt der Baukulturbericht 2014/15, der im Rahmen einer Unterrichtung am Donnerstag im Bundestag diskutiert wurde.

Der Bundestag hat an diesem Donnerstag den Baukulturbericht 2014/15 (Drs. 18/3020) und die dazugehörige Stellungnahme der Bundesregierung beraten. Der Bericht beschäftigt sich mit den Themen „Gemischte Quartiere“, „Öffentlicher Raum und Infrastruktur“ und „Planungskultur und Prozessqualität“ und bietet eine fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für die Baukultur in Deutschland.

Der Baukulturbericht zeigt Möglichkeiten der Einbindung von baukulturellen Belangen in Planung und Baupraxis auf und leitet daraus Handlungsempfehlungen und Lösungswege für Politik, Planer und weitere Akteure der Baukultur ab. Der Bundesregierung und dem Bundestag soll der Bericht Anregungen und Handlungsempfehlungen geben für Fragen und Herausforderungen, denen man schon heute planerisch begegnen muss: wie bezahlbarem und trotzdem hochwertigem Wohnraum in gemischten Quartieren, den Auswirkungen der Energiewende, der demografischen Entwicklung oder des Klimawandels, oder den anstehenden Sanierungen unserer Verkehrswege.

Laut Barbara Hendricks (SPD), Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, zeige der Bericht auf, dass die Qualität der gebauten Umwelt „entscheidend für die Identität unserer Städte und Gemeinden ist“. Die Herstellung einer Baukultur sei daher ein gesellschaftlicher Prozess, der eine breite Verständigung über qualitative Werte und Ziele erfordere.

Baukultur ist Lebensqualität

Der Baukulturbericht wurde erstmals verfasst von der Bundesstiftung Baukultur, die seit 2006 das Bewusstsein für gutes Planen und Bauen fördern und die Qualität und Leistungsfähigkeit des Planungs- und Bauwesens in Deutschland herausstellen soll. Die Bundesregierung und die SPD-Bundestagsfraktion messen der Aufgabe der Bundesstiftung einen hohen fachpolitischen Stellenwert bei. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD haben die Regierungsparteien vereinbart, einen breiten gesellschaftlichen Dialog zu baukulturellen Fragen zu fördern und die Bundesstiftung Baukultur als hierfür wichtigen Partner zu stärken. „Mit dem aktuellen Haushalt der Bundesstiftung Baukultur, der um 100.000 Euro erhöht wurde, kann sich die Stiftung in die projektbezogene baukulturelle Diskussion von ausgewählten Baumaßnahmen des Bundes künftig noch stärker einbringen,“ sagte der zuständige baupolitische Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion, Ulrich Hampel.

Über den Baukulturbericht

Die Bundesstiftung hat die Verantwortung, dem Bundeskabinett und -parlament alle zwei Jahre einen Bericht zur Lage der Baukultur in Deutschland vorzulegen. Der Baukulturbericht 2014/15 ist nach den beiden ersten Statusberichten 2001 und 2005 der dritte Bericht zur Lage der Baukultur – und der erste unter Federführung der Bundesstiftung Baukultur.

Der Bericht ist in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Urbanistik und der Technischen Universität Berlin entstanden und wurde vom Beirat der Stiftung sowie einem fachübergreifenden Begleitkreis beraten. Er bezieht die Ergebnisse aus Experten-Fokusgruppen, einer Kommunalbefragung und einer Bevölkerungsumfrage der Bundesstiftung Baukultur ein.