Das Hotel- und Gaststättengewerbe ist für den Tourismus  von zentraler Bedeutung. Leider steht es nicht nur mit der Qualität der Arbeit, sondern auch bei der Ausbildung in diesem Bereich oft nicht zum besten. Ausbildungsfremde Tätigkeiten, schlechte Entlohnung, nicht bezahlte Überstunden, mangelnde Freistellung zur Prüfung, all dies führt zu einer hohen Zahl von vorzeitigen Vertragslösungen bis zu über 50 Prozent. Die Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe erscheint Schulabgängern zunehmend unattraktiv. Bereits jetzt können Ausbildungsplätze nicht besetzt werden.

Im Gegensatz zur Bundesregierung sieht die SPD hier dringenden Handlungsbedarf. Der Wirtschaftsfaktor Tourismus darf nicht vernachlässigt werden, deshalb muss auf die Ausbildung von Fachkräften ein besonderes Augenmerk gelegt werden. Das beginnt bei einer ernsthaften Kontrolle der Regelungen gemäß Jugendarbeitsschutzgesetz, geht über Maßnahmen der Qualitätssicherung in den Ausbildungsbetrieben, bis hin zu einer Mindestausbildungsvergütung. Die Berufsorientierung muss für den Bereich intensiviert und nachhaltig verbessert werden. Es ist wichtig den zukünftigen Fachkräften gute Zukunftsperspektiven zu bieten. Das bedeutet vor allem, dass atypische Arbeitsverhältnisse wie Minijobs und befristete Arbeitsverhältnisse zurückgedrängt werden müssen.

Der Tourismus in Deutschland ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Immer mehr Menschen entdecken Deutschland als attraktives Reiseland – Tendenz steigend. Das beweisen auch die Zahlen: 2010 gab es im Tourismus-Bereich eine Bruttowertschöpfung in Höhe von rund 100 Milliarden Euro. Das entspricht rund 4,5 Prozent der Bruttowertschöpfung der Deutschen Volkswirtschaft. Besonders die Küstenregionen profitieren von dieser positiven Entwicklung.