Eva Högl, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende;
Marianne Schieder, zuständige Berichterstatterin:

Am 27. Januar gedenken wir der Opfer des Nationalsozialismus. Nie vergessen werden wir die sechs Millionen jüdischen Kinder, Frauen und Männer, die durch Deutsche gezielt vernichtet wurden. Nie wieder darf es zu solchen Gräueltaten kommen. Die SPD-Bundestagsfraktion verneigt sich in Demut vor den Opfern und ihren Nachkommen.

„Wir nehmen die Pflicht an, die Erinnerung wachzuhalten. Gerade in Zeiten, in denen Rassismus und Antisemitismus in Deutschland wieder aufflammen, wollen wir aus unserer Vergangenheit lernen. Wir begrüßen das steigende Interesse am Besuch der ehemaligen Konzentrationslager. Darum wollen wir den Gedenkstätten helfen, weiterhin allen Besucherinnen und Besucher ein hochwertiges Informations- und Bildungsprogramm bieten zu können.

75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau gibt es immer weniger Überlebende, die von den Geschehnissen berichten können. Um neue Formen des Erinnerns für die Zeit ohne Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu entwickeln, hat sich die SPD-Bundestagsfraktion für ‚Jugend erinnert‘ stark gemacht. Mit dem im vergangenen Jahr angelaufenen Bundesprogramm unterstützen wir große wie kleine Gedenkstätten bei der Entwicklung neuer pädagogischer Konzepte, die speziell auf Jugendliche ausgerichtet sind.

Die SPD-Bundestagsfraktion blickt auf alle Opfer gleichermaßen, insbesondere auch jene, die in der Öffentlichkeit bisher wenig Anerkennung erfahren haben. Dazu zählen auch die Frauen, die im Widerstand gegen den Nationalsozialismus kämpften, ebenso wie Menschen, die als ‚Asoziale‘ oder ‚Berufsverbrecher‘ verfolgt und ermordet wurden. Um die Geschichte aufzuarbeiten und Brücken zu unseren mittel- und osteuropäischen Nachbarn zu bauen, wollen wir außerdem einen Gedenk- und Dokumentationsort zum NS-Vernichtungskrieg schaffen.“