Das hat die Bundesregierung erreicht: Unter der allgemeinen Verunsicherung der Reisebranche leiden nun die Urlauberinnen und Urlauber. Die in Kürze erscheinenden Reisekataloge zeichnen sich durch saftige Preiserhöhungen aus. Begründet wird dies mit der geplanten Luftverkehrsteuer, den damit zusammenhängenden Bürokratie-Kosten und gestiegenen Hotelpreisen.

Wie sah die Situation vor einem Jahr vor der Regierungsübernahme von Schwarz-Gelb aus? Die Tourismusbranche wurde von CDU/CSU und FDP umworben, Entbürokratisierung und Steuererleichterungen angekündigt. Das Gegenteil ist passiert. Noch bevor überhaupt die Luftverkehrsteuer beschlossen wurde, sollen die Reiseveranstalter sie schon für Flugreisen ab 1. Januar 2011 erheben. Auch wer schon die Kataloge drucken ließ, hat Pech - die Aufpreise sind dennoch zu zahlen. Bei den Aufschlägen für die Luftverkehrsteuer bleibt es nicht. Viele Veranstalter erheben zusätzliche Gebühren, um die bürokratische Abwicklung dieser Steuer zu bewältigen. Zweiter Grund für Preissteigerungen bei Reisen sind gestiegene Hotelpreise. Dabei hat die Bundesregierung Anfang des Jahres sogar die Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen in Deutschland drastisch gesenkt - bei den Reisenden kommt dies aber nicht an, jedenfalls nicht durch Preisreduzierungen.

Spätestens wenn jetzt die Reisebuchungen aufgrund der Preiserhöhungen zurückgehen, wird das Gejammer groß sein. Das alles hilft dem deutschen Tourismus nicht im internationalen Wettbewerb, sondern schadet ihm. Die Bundesregierung muss endlich dazu zurückkommen, den Tourismus in Deutschland wirklich zu fördern: durch Verbesserungen in der Infrastruktur, Marketing und vor allem durch Verlässlichkeit.