In Folge der Verweigerung des syrischen Präsidenten Assad zu einen wirklichen Dialog mit Vertretern der Opposition und der neuen Qualität der Gewaltanwendung sind alle Verantwortlichen in der Europäischen Union aufgefordert, die Sanktionen gegenüber Vertretern des Regimes endlich auszuweiten. Hierzu gehört ein Öl- und Gasembargo.
Assad verschärft mit dem Beschuss von Wohnvierteln und Flüchtlingslagern in Latakia durch die syrische Marine und den fortdauernden tödlichen Armeeoperationen an vielen weiteren Orten die Gewaltanwendung gegen sein Volk. Seit März diesen Jahres hat die Brutalität des syrischen Regimes annähernd 2.000 Menschenleben gefordert. Die verantwortlichen Akteure im Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen - insbesondere China und Russland - müssen sich angesichts dieser untragbaren Gewaltanwendung ihrer Verantwortung für die vom Tode bedrohten Menschen in Syrien bewusst werden. Dasselbe gilt für die Arabische Liga, die Europäische Union, ihre Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik sowie die Mitgliedsstaaten - auch Deutschland.
Trotz dessen, dass die Europäische Union derzeit mit der Lösung eigener Probleme gebunden ist, ist ein größeres europäisches Engagement im Falle Syriens unbedingt notwendig. Die Glaubwürdigkeit Europas in der Nahostregion wird in der Zukunft vor allem an ihrem Verhalten gegenüber dem syrischen Regime gemessen werden.