Mahmut Özdemir, sportpolitischer Sprecher:

Sport und Bewegung sind für eine Gesellschaft unverzichtbar. Und wo geht das besser als in unseren Sportvereinen? Das Bundesgesundheitsministerium muss zusammen mit dem Bundesinnenministerium aktiv werden, um die Menschen zum (Wieder-)Eintritt in die Vereine zu ermutigen. Dieses Anliegen wird auch mit Beschluss der Sportministerkonferenz vom 22. Februar 2021 unterstützt.

„Sportvereine in Deutschland verzeichnen durch COVID-19 einen dramatischen Mitgliederschwund. Das hat neben wirtschaftlichen auch gravierende gesundheitliche Folgen. Das Bundesgesundheitsministerium ist in Zusammenarbeit mit dem Bundesinnenministerium gefragt, darauf mit einer breit angelegten öffentlichen Kampagne zu reagieren und die Menschen zum (Wieder-)Eintritt in die Vereine zu bewegen.

Wir fordern daher, dass unsere Minister Seehofer und Spahn die Zusammenarbeit als Sport- und Gesundheitsminister suchen, um mit einem klugen Förderprogramm die Allianz von Sportvereinen und Gesundheitsvorsorge zu schmieden. Denkbar wäre eine Initiative, die uns gesund aus der Pandemie bringt, mit Angeboten von Prävention bei den Jüngsten über Rehasport bis hin zum Seniorensport. Das hätte den Vorteil, dass wir den 88.000 Vereinen im Land die Mitgliedschaften stärken.

Die Datenlage zu den negativen Gesundheitsfolgen der ‚verordneten Bewegungslosigkeit‘ auf Menschen aller Altersgruppen ist alarmierend. Neben den bekannten Auswirkungen auf das Herz-/Kreislaufsystem und steigendem Übergewicht machen sich – vor allem bei jungen Menschen – zunehmend besorgniserregende psychische Folgen bemerkbar.

Es liegt auf der Hand, was das mittelfristig für die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen bedeutet. Das zu verhindern, ist Aufgabe des Bundesgesundheitsministers, denn Sport im Verein ist eben weit mehr als ‚nur‘ Spiel und Spaß. Hier finden Menschen über alle Altersgruppen hinweg soziale Kontakte, Kinder schließen neue Freundschaften.

Deshalb brauchen wir jetzt eine Sport-Allianz ‚Mit Schwung und Bewegung raus aus der Pandemie‘.