Wieder einmal zeigt sich, dass schwarz-gelbe Bildungspolitik nicht zielführend ist. Gerade die von Union und FDP geführten Bundesländer sind Schlusslichter bei den Investitionen in frühkindliche Bildung. Dies belegt der erste "Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme 2010", der heute von der Bertelsmann Stiftung vorgelegt wird.

Während Berlin als Spitzenreiter durchschnittlich rund 4.150 Euro für jedes Kind unter sechs Jahren investiert, war es im schlechtesten Fall bei Schleswig-Holstein mit knapp 2.000 Euro pro Kind nicht einmal die Hälfte davon. Das nördlichste Bundesland steht damit in einer Reihe mit Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg, die ähnlich geringe Summen investieren. Allen Schlusslichtern ist gemein, dass sie von Schwarz-Gelb regiert werden.

Einmal mehr wird deutlich, dass diese Koalition nicht ernsthaft die Bildungssituation in Deutschland verbessern will. Stattdessen veranschlagt die Bundesregierung Mehrausgaben, die sie lediglich für bestimmte Klientel und zu weiteren sozialen Teilung im Bildungssystem einsetzten will, wie zum Beispiel für ein unausgegorenes Stipendienprogramm. Gleichzeitig entzieht sie den Ländern die Einnahmen. Damit wird es unmöglich, mehr für die frühkindliche Bildung zu tun.

Wer bei den Investitionen in die frühkindliche Bildung und Erziehung spart, zahlt in der Zukunft drauf. Dass sich diese Investitionen mehrfach rechnen, zeigen zahlreiche nationale und internationale Studien. Sie belegen außerdem den positiven Einfluss guter Kitas auf die Bildungschancen, insbesondere von benachteiligten Kindern. Jeder investierte Cent nützt nicht nur dem einzelnen Kind, sondern der gesamten Volkswirtschaft.

Wie wichtig jetzt der Ausbau der Betreuungsangebote ist, zeigt die steigende Zahl der Kinder, die ab ihrem ersten Geburtstag das frühkindliche Bildungssystem in Anspruch nehmen. Dieser Nachfrageanstieg geht ebenfalls aus dem Ländermonitor hervor. Darüber hinaus besteht dringender Bedarf, den Personalschlüssel in Krippen und Kindergärten zu verbessern.

Die Bundesregierung ist aufgefordert, mit ihren vollmundigen Investitionen in das Bildungssystem insbesondere auch den Bereich der frühkindlichen Bildung in den Blick zu nehmen und den Bundesländern unter die Arme zu greifen. Andernfalls hinterlassen sie der jungen Generation nicht nur Schulden, sondern weitere unbewältigte Aufgaben.