Deutschland präsentiert sich auf der Internationalen Tourismusbörse als weltweit anerkanntes und beliebtes Reiseland. Zwischen Strandurlaub und Bergwandern, Kulturdenkmalen und Städtetouren, aber auch Großereignissen wie Sportwettbewerben hat Deutschland viel zu bieten. Doch der internationale Markt schläft nicht. Auch das ist auf der Internationalen Tourismusbörse zu sehen. Deutschland muss sich im weltweiten Vergleich mit herausragenden Angeboten behaupten. Tourismuswirtschaft und die Bundesregierung müssen hier Hand in Hand gehen. Die Bundesregierung ist in der Pflicht, bei der Entwicklung weiterer touristischer Potenziale zu unterstützen. Auf ein versprochenes Konzept für eine Förderung des Landtourismus warten wir schon lange. Neue Chancen für den Wassertourismus werden nur im Schneckentempo erschlossen. Entsprechende Beschlüsse des Bundestages harren noch immer der Umsetzung. Sie könnten durch eine Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sogar in schwere See geraten.

Deutschland darf aber kein geteiltes Reiseland werden. Die auf der Internationalen Tourismusbörse von der Sparkasse vorgestellten Ergebnisse des Tourismusbarometers sind alarmierend. Demnach stagniert der Tourismus in den Neuen Ländern. Die Zuwächse in den alten Ländern sind deutlich höher. Hier muss gemeinsam mit den Ländern untersucht werden, welcher Infrastrukturausbau notwendig ist und wie den Ländern unter die Arme gegriffen werden kann.

Gerade für den internationalen Markt ist der Gesundheitstourismus von Bedeutung für die Gewinnung neuer Zielgruppen. Auch hier geht es nur schleppend voran. Die demografische Entwicklung muss gerade im touristischen Bereich auch als Chance angesehen werden: mit gezielten Angeboten für alle Altersgruppen und für Reisende mit Handicap. Für barrierefreies Reisen sind aber nicht nur Reiseveranstalter in der Pflicht. Vielmehr geht es hier auch um den barrierefreien Umbau der Stadträume und öffentlicher Einrichtungen. Auch hier gibt es eine Menge zu tun.

Die arabischen Länder werben in diesem Jahr nach dem revolutionären Umbruch gezielt um Besucherinnen und Besucher. Im Mittelpunkt steht aber auch die Sicherheit von Reisenden. Nach den Ereignissen am Jahresbeginn ist die Bundesregierung in der Verantwortung ihr System von Sicherheitshinweisen und Reisewarnungen zu überprüfen. Viele Reisende konnten die Hinweise nicht nachvollziehen, waren von ihnen eher verunsichert.

Schließlich hat die Bundesregierung noch weitere touristische Baustellen zu bearbeiten. Für große Unsicherheit sorgt in der Branche die Luftverkehrsteuer. Die Auswirkungen auf den Reisemarkt sind zu spüren: an einigen Flughäfen gehen die Flugzahlen unmittelbar aufgrund der erhobenen Steuer zurück. Möglicherweise gehen auch Investitionsvorhaben in Flughäfen verloren. Die Bundesregierung muss hier rasch umsteuern und die Folgen der Luftverkehrsteuer überprüfen.

Als Zeichen der Solidarität mit der Demokratiebewegung in Ägypten sollte für dieses Land der Steuersatz der Luftverkehrsteuer von 25 auf acht Euro gesenkt werden. Diese Regelung müsste auch Israel miterfassen. Damit würde Ägypten Mitbewerbern auf dem Tourismusmarkt im Mittelmeerraum gleichgestellt.