Schwarz-Gelb gefährdet nicht nur die Belegschaft der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung , sondern provoziert auch eine Kostensteigerung. Unsere Wasserstraßen gehören aber zur öffentlichen Daseinsvorsorge, sagen Uwe Beckmeyer und Gustav Herzog.

 

Unsere Wasserstraßen gehören zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Wir müssen dafür sorgen, dass sie schiffbar bleiben und ihre ökologischen Funktionen erfüllen, wir müssen Gefahren vorbeugen, die von ihnen ausgehen können. Dies ist und bleibt Aufgabe der WSV. Die schwarz-gelbe Koalition gefährdet mit ihrer Politik nicht nur den kompetenten Mitarbeiterstamm der WSV, sondern provoziert eine Kostensteigerung.

 

Die WSV beweist seit Jahrzehnten, dass sie ihre Aufgaben bewältigen kann. Das bundesdeutsche Wasserstraßennetz gehört zu den besten der Welt und die WSV unterliegt, wie alle Behörden einer stetigen Überprüfung und sorgt in einem andauernden Optimierungsprozess für zunehmende Effektivität. Schwarz-Gelb will diesen Prozess abwürgen und, der Privatisierungsideologie der FDP folgend, aus einer solide arbeitenden Ausführungsbehörde eine Gewährleistungsbehörde machen. Dabei sollen alle Arbeiten ausgelagert werden, die privatwirtschaftlich vergeben werden können, ohne zu wissen, ob Private es zukünftig zu welchem Preis besser könnten.

 

Es liegt auf der Hand, dass gewinnorientierte Unternehmen mittel- bis langfristig teurer werden. Gleichzeitig muss eine Notbelegschaft in der WSV vorgehalten werden, für den Fall dass beispielsweise eine Havarie umgehendes Handeln verlangt. Unter dem Strich wird es teurer als heute, auf Kosten des Steuerzahlers und zugunsten privatwirtschaftlicher Unternehmen.

 

Das stets bemühte Bild der "13.000 Bürokraten, die den 8.000 Binnenschiffen" zuwinken ist völlig falsch, denn über 70% der Beschäftigten sind diejenigen, die als Facharbeiter bei Wind und Wetter am Deich, an der Schleuse oder bei der Eisbewältigung gute Arbeit leisten, die mehr als 1000 Auszubildende nicht zu vergessen. Die WSV muss effektiv arbeiten, sich straff organisieren und sich den Haushaltszwängen stellen, wie es in der ganzen Gesellschaft notwendig ist. Doch sie wird die Aufgaben besser bewältigen als Stückwerke an Unternehmen, die entlang eines hochkomplexen Regel- und Vergabewerks Arbeit nach Vertragsparagrafen und nicht aus Überzeugung leisten.