Günther Oettinger ist für den Posten als Energiekommissar denkbar ungeeignet. Die CDU sieht in Ökologie und wirtschaftlichem Wachstum immer noch Gegensätze, das gilt auch für die Energiepolitik. Oettinger ist damit auf einem Auge blind: auf dem des Klimaschutzes. Sobald es um die wirtschaftlichen Interessen der großen Energieunternehmen geht, wird die Umwelt bei diesem Kandidaten den Kürzeren ziehen. Das Interesse der Bundeskanzlerin ist klar: Während sie auf internationalem Parkett weiterhin als Klimakanzlerin Schön-Wetter-Reden hält, soll "ihr" Kommissar in Brüssel die Strippen im Interesse der Energieunternehmen ziehen. So wird Deutschland seiner Vorreiterrolle im Klimaschutz nicht gerecht werden und es ist zu befürchten, dass damit auch das Auftreten der EU in internationalen Klimaverhandlungen geschwächt wird.

In Zeiten des Klimawandels sind Klima- und Energiepolitik zwei Seiten derselben Medaille. Unsere Wirtschafts- und Energiepolitik muss sich ökologisch ausrichten. Nur durch Innovation und Mut zur umweltgerechten Produktion von Energie werden Deutschland und Europa Antrieb und Vorbild für andere sein. Es gibt heute keine Alternative zu einer integrierten Energie- und Klimapolitik.