Wir begrüßen, dass sich der UN-Generalsekretär und der ecuadorianische Präsident in einem gemeinsamen Brief an Bundeskanzlerin Merkel gewandt und sie zu einem Gespräch über die ITT-Yasuní-Initiative nach New York eingeladen haben. Vielleicht ist das Einschalten der Bundeskanzlerin die letzte Chance, dass Deutschland seiner Zusage, sich an dem Projekt zu beteiligen, doch noch nachkommt. Ohne die deutsche Beteiligung droht die Initiative zu scheitern. Die deutsche Weigerung würde damit möglicherweise "das Aus" für den Yasuní-Nationalpark mit seiner einmaligen Biodiversitätsdichte bedeuten. Der Appell von Ban Ki-moon und Correa ist absolut zu unterstützen und zeigt, wie ernst es der ecuadorianischen Seite mit der Realisierung des ITT-Projekts ist.

Ban Ki-moon und Correa fordern lediglich, dass Deutschland zu seinem Wort steht. Offensichtlich wenden sie sich an die Bundeskanzlerin, weil sie nicht länger auf die Einsicht des zuständigen Ministers Niebel hoffen. Ihr Wunsch entspricht zudem der Beschlusslage des Deutschen Bundestages. Merkel sollte von ihrer Richtlinienkompetenz Gebrauch machen und Niebel in die Schranken weisen. Für die ITT-Initiative ist es fünf vor zwölf. Die Bundesregierung muss jetzt Farbe bekennen und sich an konstruktiven Gesprächen beteiligen. Das Treffen in New York in der kommenden Woche bietet die Gelegenheit dazu.

Ecuador, das immerhin auf viel Geld aus Öleinnahmen verzichtet, hat alle Forderungen erfüllt. Trotzdem verweigert der deutsche Entwicklungsminister weiter stur die Zusammenarbeit. Der Yasuní-Nationalpark darf nicht der Betonkopf-Mentalität von Dirk Niebel geopfert werden.