In Folge der Durchsetzung nationalsozialistischer Ideologie (Eugenik) wurden in Deutschland zwischen 1939-1945 in etwa 70.000 Menschen mit Behinderung in sogenannten „Tötungsanstalten“ hingerichtet. Daran erinnerten am 30. Januar Vertreter aller Fraktionen des Deutschen Bundestages mit einer Kranzniederlegung und einer Schweigeminute. Dazu erklärt die behindertenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Silvia Schmidt:

Noch immer sehen wir die Nachwirkungen dieser menschenverachtenden Vernichtung: Erst langsam rücken die Bedürfnisse älterer Menschen mit Behinderung in unser Blickfeld, denn ganze Generationen wurden durch die Nationalsozialisten getötet.

Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten empfinden eine besondere Verpflichtung gegenüber Menschen mit Behinderung. Die weitreichende Reform des Schwerbehinderten- und Teilhaberechts vor über zehn Jahren war uns ein besonderes Anliegen. Für die vollständige Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, weitgehende Barrierefreiheit und mehr Chancen für behinderte Menschen auf dem Arbeitsmarkt kämpfen wir auch heute noch.

Menschen mit Behinderung gehören nicht an den Rand, sondern mitten in unsere Gesellschaft. Wir müssen alles dafür tun, um zukünftig rassistische Euthanasie- und Vernichtungspolitik zu verhindern.