Der aus dem Bildungsbericht folgende Handlungsauftrag an die Politik richtet sich sowohl an den Bund als auch die Länder. Ein gemeinsames Vorgehen bei dieser, für unsere Gesellschaft so zentralen Aufgabe wie Bildung, ist daher umso notwendiger. Daraus folgt: Weg mit dem Kooperationsverbot.

Der Bildungsbericht ist ein Plädoyer für die Bedeutung der kulturellen Bil­dung in allen Lebensphasen. Zugleich beschreibt er die Veränderungen in unserer Gesellschaft, die sich auch auf das Angebot von und die Nachfrage nach Kultur auswirken: Wir werden weniger, älter, bunter. Bildungswege verändern sich, Prioritäten verschieben sich, die Anforderungen und Inhalte von Bildung werden zunehmend komplexer. Der Bericht bestätigt: Bildung und damit auch kulturelle Bildung werden deutlich früher zu einem Schlüssel für die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen.

Kulturelle Bildung stärkt das Ich und befähigt Menschen sich in der Infor­mationsflut und Medienvielfalt zurechtzufinden. Sie muss früh beginnen, befähigt aber Menschen in jeder Phase ihres Lebens ihre kreativen und künstlerischen Fähigkeiten zu entdecken und zu nutzen. Kreative Begabun­gen werden befördert, Lernerfolge unterstützt und soziale Kompetenzen erlernt. Besonderen Wert legt die SPD darauf, dass kulturelle Bildung ein wichtiger Motor der Inklusion ist. Wenn wir die Inklusion von Menschen mit Startnachteilen fördern wollen, von Menschen mit Behinderungen oder Menschen, die aus anderen Ländern kommen und hier bleiben, müssen wir  auch die Kultur in den Mittelpunkt stellen.

Der Nationale Bildungsbericht zeigt politischen Handlungsbedarf: In allen Lebensphasen und allen sozialen Gruppen besteht ein breites Interesse an kultureller Bildung. In der Schule steht dem jedoch nicht immer ein adä­quates Angebot gegenüber. Außerschulische Bildungseinrichtungen wie Musik- und Kunstschulen sind daher zwingend notwendig. Die SPD setzt sich deswegen dafür ein, kulturelle Bildung als Daseinsvorsorge zu begrei­fen, damit diese Einrichtungen auch in Zeiten knapper Haushalte ange­messen ausgestattet sind. Sie dürfen nicht geschlossen werden, wenn all­gemeine Einsparungen anstehen.

Die SPD begrüßt, dass die Ganztagsschule die Möglichkeiten zur Koopera­tion zwischen Schule und außerschulischen Einrichtungen erweitert. Diese Chance wollen wir nutzen und Ansätze wie das gemeinsam von der Kulturstiftung des Bundes und der Mercator-Stiftung getragene Programm Kulturagenten ausbauen. Wir wollen fördern, dass Einrich­tungen der kulturellen Bildung wie Museen und Theater ihre bereits viel­fältigen Vermittlungsangebote auf alle Lebens- und damit Bildungsphasen  erweitern. Die universitäre Ausbildung im Bereich Kunst und Kultur soll nicht nur ausgebaut werden. Die SPD will auch die beruflichen Erfordernisse an die Absolventen für eine Tätigkeit in der Kultur- und Kreativwirtschaft berücksichtigen.

Der aus dem Bildungsbericht folgende Handlungsauftrag an die Politik richtet sich sowohl an den Bund als auch die Länder. Ein gemeinsames Vorgehen bei dieser, für unsere Gesellschaft so zentralen Aufgabe wie Bil­dung, ist daher umso notwendiger. Daraus folgt: Weg mit dem Kooperati­onsverbot.