"Wir brauchen eine Wirtschaftspolitik, die mehr auf die Erneuerungsfähigkeit unserer Wirtschaft setzt. Der Staat muss gezielt Zukunftsindustrien unterstützen und die Rahmenbedingungen so setzen, dass Innovation entstehen und sich durchsetzen kann. Wirtschaftspolitik darf sich nicht darin erschöpfen, bestehende Strukturen zu bewahren. Eine Wirtschaftspolitik, die vor allem konserviert, verzögert notwendige Anpassungen und schwächt langfristig die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Während der nötigen Umstrukturierung unserer Wirtschaft müssen die Interessen der Mitarbeiter im Mittelpunkt stehen - der Sozialpartnerschaft kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Deshalb werden wir die Mitbestimmung insbesondere in Transformationsprozessen und bei staatlich geförderten Investitionen stärken.

Von Unternehmen, die staatliche Unterstützung erhalten, erwarten wir auch die Übernahme von Verantwortung. Öffentliche Förderung muss an klare Erwartungen geknüpft sein. Dazu gehört ein langfristiges Bekenntnis zu Standorten, Beschäftigung und Wertschöpfung in Deutschland. Klar ist: Wir müssen auf technologiegetriebene Wertschöpfung setzen. Die großen Produktivitätssprünge der kommenden Jahre werden vor allem durch Innovationen in Bereichen wie Künstlicher Intelligenz, Robotik, Quantentechnologien oder Climate Tech entstehen – nicht durch Lohndumping, den Abbau sozialer Sicherungssysteme oder immer längere Arbeitszeiten.

Entscheidend ist nicht allein die Entwicklung neuer Technologien, sondern ihre erfolgreiche Überführung in industrielle Anwendungen und marktfähige Produkte. Genau hier liegt eine zentrale Schwäche des Standorts Deutschland. Trotz exzellenter Forschung gelingt es uns zu selten, wissenschaftliche Durchbrüche in neue Unternehmen, industrielle Wertschöpfung und globale Marktführerschaften zu übersetzen. Zu oft entstehen Innovationen in Deutschland, während Wachstum, Skalierung und wirtschaftlicher Erfolg anderswo stattfinden. Das muss sich ändern."