Der Abschlussbericht zum Forschungsprojekt „Doping von 1950 bis heute“ war für die Sitzung des Sportausschusses Ende Juni angekündigt worden und wird nach anhaltenden Verzögerungen weiterhin auf die lange Bank geschoben. Die Bundesregierung teilt heute mit, den ihrer Meinung nach „ambitionierten Zeitplan“ nicht einhalten zu können. Der wissenschaftliche Projektbeirat könne die in Auftrag gegebene Empfehlung nicht fristgerecht liefern. Damit ist das ganze Projekt auf Eis gelegt und eine Beratung im Parlament kann in dieser Legislaturperiode nicht mehr erfolgen.

Der ganze Prozess zur Erstellung des Berichtes war begleitet von Chaos und Uneinigkeiten zwischen den Forscherteams und dem Auftraggeber, dem Bundesinstitut für Sportwissenschaften (BISP). Bereits die Präsentation des Zwischenberichtes im Januar 2013 gestaltete sich zäh und der Inhalt war noch sehr dürftig. Nach vier Jahren Forschungsarbeiten sollte das Ergebnis nun endlich vorliegen.

Die Absage des Abschlussberichtes ist ein Skandal, denn das zeigt wieder einmal mehr, wie die Bundesregierung mit den parlamentarischen Rechten umgeht und darüberhinaus mit ihrer Verzögerungstaktik Steuergelder in den Sand setzt, anstatt nachhaltig Aufklärungsarbeit zu unterstützen.

Das Verfahren ist ein weiteres Signal der Bundesregierung, den Kampf gegen Doping weder konsequent noch nachhaltig zu führen.