Oberste Priorität im Luftverkehr muss die Sicherheit von Besatzung und Reisenden haben. Auf Initiative der Fraktionen der SPD und Bündnis 90/Die Grünen fand ein Expertengespräch zu den seit Jahren diskutierten Fragen bezüglich kontaminierter Kabinenluft statt.

Aus der Anhörung ergeben sich zwingende Konsequenzen, die das Handeln der Bundesregierung erfordern. Es besteht die Frage, ob die technische Variante, dass Frischluft für Cockpit und Kabine aus den Kompressoren der Triebwerke angesaugt wird, die richtige Lösung ist. Im Weiteren gibt es von der Pilotenvereinigung Cockpit und von der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) Forderungskataloge für notwendige Untersuchungen und Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit im Cockpit und im Kabinenraum der Flugzeuge, die nun endlich von der Bundesregierung ernst genommen werden müssen.

Alle Sachverständigen bestätigten, dass beim Thema kontaminierte Kabinenluft Handlungsbedarf besteht. Die Anhörung ergab auch, dass es ein offensichtliches Missverhältnis zwischen den Beeinträchtigungen durch kontaminiere Kabinenluft und den tatsächlichen Meldungen an die zuständigen Bundesbehörden gibt. Die bisherige Position der Bundesregierung, dass keine fundierten Nachweise für eine gesundheitliche Gefährdung des Flugpersonals und der Passagiere durch erhitzte Öldämpfe aus Triebwerken vorliegen, kann nicht akzeptiert werden. Die dem Ausschuss vorgelegten Berichte von Crewmitgliedern, die Öldämpfen ausgesetzt waren, sind alarmierend.

Für die SPD-Bundestagsfraktion steht fest: Die Sicherheit im Luftverkehr muss oberste Priorität haben. Die Bundesregierung muss endlich handeln.