Im Vorfeld der Klimakonferenz von Cancún setzt die schwarz-gelbe Bundesregierung Deutschlands Reputation in der Klimapolitik aufs Spiel. Sowohl in der Frage einer glaubwürdigen Finanzierung des internationalen Klimaprozesses als auch in der Frage der CO2-Senkung in der EU bleibt Deutschland hinter allen Erwartungen zurück. Beim internationalen Prozess zum Schutz des Weltklimas wird Deutschland damit vom Vorreiter zum Rohrkrepierer.
Es reicht der Bundesregierung nicht, mit dem Atomkonzept die Vorbildrolle einer nationalen Energiestrategie zu verlieren. Im Rahmen des Bundeshaushalts wird jetzt auch die mangelnde Glaubwürdigkeit des internationalen Engagements in Parlamentsbeschlüsse gekleidet.
Von den in Kopenhagen zugesagten "neuen und zusätzlichen" Mitteln der sogenannten "fast-start"-Finanzierung für die Jahre 2010 bis 2012 im Umfang von 1,26 Milliarden Euro werden am Ende gerade mal etwa zehn Prozent eingelöst. Alles andere wird mit schon bestehenden Programmen und bereits an anderer Stelle zugesagten Mitteln verrechnet. Eine Zehn-Prozent-Glaubwürdigkeit reicht aber nicht, um im komplizierten internationalen Klimaprozess zu bestehen.