Die "Bildungsrepublik" nimmt dieser Koalition niemand mehr ab. Das belegt die Forsa-Umfrage eindeutig. Da kann die Kanzlerin noch so viele Bildungsreisen machen und da kann von der Leyen noch so wolkig über "Bildungschips" reden und Ungereimtheiten wie etwa bei den Kürzungen beim Schulbedarfspaket als "mehr Zielgenauigkeit" verkaufen. Diese Koalition ist mit ihrer substanzlosen Marketing-Strategie vor die Wand gefahren.
Angefangen beim Bildungsgipfel-Flop zur Bildungsfinanzierung vom Juni, über die Posse im Bundesrat zum Stipendiengesetz bis hin zur Hängepartie beim BAföG - dieser Regierung ist Bildung nur als Marketing-Floskel und Worthülse etwas wert. Entsprechend kürzt der gegenwärtig im Bundestag beratene Haushaltsentwurf von Bundesministerien Schavan in fast allen Bildungstiteln. Ausnahme sind allein die von Rot-Grün - wie die Exzellenzinitiative - oder von der Großen Koalition wie beim Hochschulpakt und den Aufstiegsstipendien , also mit der SPD gestarteten Initiativen. Der Haushalt konnte auch deshalb ein Rekordhaushalt sein, weil diese Initiativen "boomen" und eine sinnvolle und effektive Verwendung der Bildungsmittel sicherstellen.
Hingegen hat Schavan oft zweistellige Millionenkürzungen vorgeschlagen etwa bei der Berufsorientierung, der Begabtenförderung, dem internationalen Austausch, der beruflichen Ausbildungsförderung, der Weiterbildung und auch bei der Sprachlernförderung wie der Förderung der Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Über die Presse nun kündigt sie wiederum Nachbesserungen an, muss aber auf die Hilfe der Haushälter des Deutschen Bundestags hoffen. Eine für die Betroffenen verlässliche Bildungspolitik sieht sicher anders aus als dieser Zick-Zack-Kurs einer offenbar ratlosen Ministerin.
Wen wundert es angesichts der Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit dieser Koalition, dass die Menschen der PR-Maschinerie zunehmend misstrauen und sich von dieser Koalition abwenden.