Der Bauernhof- und Landtourismus stellt ein wichtiges Standbein der wirtschaftlichen Entwicklung der Anbieter, insbesondere in strukturschwachen Regionen, dar. Als nachhaltige, umweltfreundliche und preiswerte Urlaubsform bietet er wesentliche Zukunftspotenziale. Für die schätzungsweise rund 25.000 Anbieter in Deutschland ergibt sich ein großes Marktpotenzial. 2007 waren beispielsweise 12,5 Millionen Übernachtungen auf dem Bauernhof zu verzeichnen, mit denen rund 702 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet wurden. Zudem schafft er Arbeitsplätze vor Ort, verhilft regionale Produkte zu vermarkten und stärkt damit insgesamt die Region. Gleichzeitig bietet der Urlaub auf dem Land insbesondere Menschen aus der Stadt erholsame und abwechslungsreiche Anreize durch direkte Naturerlebnisse, Ruhe, aber auch Aktivurlaub, Freizeit- und Sportmöglichkeiten.
Als wichtigstes Förderinstrument des Bundes zur Unterstützung des ländlichen Raumes begrüßen wir die von Bundesagrarministerin Aigner im Rahmen der Haushaltsberatung 2010 angekündigte Aufstockung für den Bereich der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) von 700 auf 725 Millionen. Wir hoffen aber, dass sich diese Ankündigung nicht erneut als Mogelpackung entpuppt. Denn einen zentralen Punkt hat Frau Aigner bei ihrer Verkündung der frohen Botschaft unter den Tisch fallen lassen: die 25 Millionen Euro mehr an Geld gibt es nur dann, wenn an anderer Stelle eingespart wird. Welcher Bereich das sein wird, lässt sie hingegen offen.
Wir fordern die Bundesregierung auf, vorgesehene Aufstockungen nicht zu verschleiern und Sorge dafür zu tragen, dass das angekündigte mehr an Geld auch am Ende bei den ländlichen Regionen ankommt. Ebenso fordern wir, dass der Bauernhof- und Landtourismus - als wesentliche Stütze für die ländlichen Regionen - ausreichend finanzielle Mittel aus dem Topf des Investitionsprogramms erhält.