CDU-Leitantrag zur Flexi-Quote ist ein Irrweg

Christine Lambrecht, MdB (Foto: spdfraktion.de)

Stand:
30.08.2012
Arbeitsgruppen:
Rechtspolitik, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Abgeordnete/r:
Christine Lambrecht
Themen:
Frauen und Gleichstellung , Rechtspolitik
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Mehr Frauen in Führungsetagen gibt es nur mit einer gesetzlichen und festen Quote

Die Erfahrung der vergangenen Jahre habe gezeigt, dass Selbstverpflichtungen, mehr Frauen in Führungsetagen zu bringen, niemandem helfen, erklärte Fraktionsvizin Christine Lambrecht. Die SPD fordere deshalb eine gesetzlich fixierte Quote von mindestens 40 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten. Es ist ein Irrweg, wenn die CDU weiterhin auf eine freiwillige Quote setzt, deren Nichtbeachtung keine Folgen hat.

Der Leitantrag des CDU-Bundesvorstands zur freiwilligen Flexi-Quote ist eine Mogelpackung. Schon vor mehr als zehn Jahren haben sich die Unternehmen freiwillig verpflichtet, mehr Frauen in Führungspositionen aufzunehmen. Passiert ist praktisch nichts. Ein Drittel der 160 Unternehmen in den DAX-Indizes der Deutschen Börse hat keine einzige Frau in ihren Führungsgremien, weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat. Es ist ein Irrweg, wenn die CDU weiterhin auf eine freiwillige Quote setzt, deren Nichtbeachtung keine Folgen hat.

Mit Nichtfrauenministerin Schröder haben Frauen keine Lobby im Kabinett

Nichtfrauenministerin Kristina Schörder hat dies noch immer nicht begriffen und feiert ihre Flexi-Quote als ihr wichtigstes Projekt - das lässt tief blicken und ahnen, wie sie weiterhin die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorantreiben wird. Nämlich gar nicht! Von dieser Ministerin haben Frauen, Männer und auch Kinder keine sozialverantwortliche Poltik für das 21 Jahrhuntert zu erwarten.

SPD will die Quote ins Gesetz schreiben

Den richtigen Weg weist die SPD-Bundestagsfraktion mit ihrem Gesetzentwurf zur Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen in Wirtschaftsunternehmen. Mitbestimmte und börsennotierte Unternehmen müssen ab dem Jahr 2015 eine 40-Prozent-Quote in Vorständen und Aufsichtsräten einhalten. In einem ersten Schritt ab 2013 müssen Vorstände eine Quote von 20 Prozent und Aufsichtsräte eine Quote von 30 Prozent einhalten.

Nichterreichen der Quote muss sanktioniert werden

Für Unternehmen hat es nach unserem Konzept Konsequenzen, wenn sie die Führungsgremien nicht quotengerecht mit Frauen besetzen. Bleibt ein Unternehmen unter der Quote, bleiben Vorstandsstühle unbesetzt. Falls dadurch ein Vorstand nicht geschäftsführungs- und vertretungsbefugt ist, muss ein Gericht Vorstandsmitglieder bestellen – unter Beachtung der Quote. Ist ein Vorstand ein Jahr lang unterbesetzt, verliert er seine passive Vertretungsmacht. Diese übernimmt der Aufsichtsrat. Gelingt eine quotengerechte Besetzung der Aufsichtsräte nicht, müssen die für das unterrepräsentierte Geschlecht reservierten Stühle ebenfalls frei bleiben. Bleibt ein Aufsichtsrat ein Jahr lang unterbesetzt, verliert er seine Beschlussfähigkeit. Dann obliegt der Hauptversammlung die quotengerechte Vervollständigung. Bei mitbestimmten Unternehmen müssen sowohl die Arbeitnehmerbank als auch die Aktionärsbank die Quote erfüllen.

Die Zeit drängt, denn 2013 werden viele Aufsichtsräte neu gewählt. Nur wenn vorher eine wirkungsvolle gesetzliche Regelung im Deutschen Bundestag verabschiedet wird, können viele kompetente Frauen neu in die Aufsichtsräte einziehen.

  • Hintergrund

Hintergrund

Flexi-Quote von Ministerin Schröder ist reine Mogelpackung

27.08.2012|Die Erfahrung der vergangenen Jahre habe gezeigt, dass Selbstverpflichtungen, mehr Frauen in Führungsetagen zu bringen, niemandem helfen, erklärte Fraktionsvizin Christine Lambrecht. Die SPD fordere deshalb eine gesetzlich fixierte Quote von mindestens 40 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten.zum Artikel

Flexiquote ist Augenwischerei

22.08.2012|Familienministerin Schröder setzt auf eine Form der freiwilligen Selbstverpflichtung von Unternehmen, kritisiert SPD-Fraktionsvizin Dagmar Ziegler. Die Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft wird so nicht gelingen.zum Artikel

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Pressemitteilungen

Leitantrag zur Flexi-Quote führt in die Irre

  • Christine Lambrecht

28.08.2012|Die freiwillige Flexi-Quote der CDU ist eine Mogelpackung. Schon vor mehr als zehn Jahren haben sich die Unternehmen freiwillig verpflichtet, mehr Frauen in Führungspositionen aufzunehmen. Passiert ist praktisch nichts, sagt Christine Lambrecht. Die Zeit drängt, denn 2013 werden viele Aufsichtsräte neu gewählt. Nur wenn vorher eine wirkungsvolle gesetzliche Regelung im Deutschen Bundestag verabschiedet wird, können viele kompetente Frauen neu in die Aufsichtsräte einziehen.zur Pressemitteilung

Die Flexi-Quote bringt keinen Fortschritt

  • Christel Humme

12.12.2011|Die Mehrheit der Frauen im Parlament ist sich einig: Wir brauchen eine gesetzlich verbindliche Quote für Aufsichtsräte und Vorstände, denn freiwillige Selbstverpflichtungen bringen nichts. Deshalb fordert die SPD-Bundestagsfraktion eine gesetzliche Quote von mindestens 40 Prozent für Aufsichtsräte und Vorstände, erklärt Christel Humme.zur Pressemitteilung

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