Interviewreihe zum "Projekt Zukunft – #NeueGerechtigkeit"

Innovationspolitik ist Querschnittspolitik, sagt die Leiterin der Projektgruppe #NeueErfolge, Sabine Poschmann. Im Interview erklärt sie, was es damit auf sich hat und welche Rolle der Mensch bei Innovationen spielen soll.

Worum geht es euch bei der Arbeit an eurem Projekt, wie kam die Idee zustande?

Aus Innovationen entstehen neue Produkte und Dienstleistungen und damit Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze. Die Frage, wie wir in Deutschland in Zukunft leben, hat also unmittelbar mit der Innovationsfähigkeit unseres Landes zu tun. Auch wenn es auf den ersten Blick um die Leistungsfähigkeit von Wirtschaft und Forschung bei uns gut bestellt scheint, gibt es doch einige Defizite. Die müssen wir beseitigen. Unsere Projektgruppe will entsprechende Lösungsvorschläge erarbeiten. Dabei gibt es für uns keine Denkverbote.

Ihr wollt vor allem kleine und mittlere Unternehmen unterstützen. An was denkt ihr dabei?

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von sogenannten Hidden Champions, also Weltmarktführen in speziellen Nischenmärkten, die enorm innovativ und leistungsstark sind. Dennoch stellt sich die Situation für die Vielzahl der kleinen und mittleren Unternehmen recht schwierig dar. Deren Innovationsverhalten ist seit Jahren rückläufig. Doch wer nicht innoviert, wer also keine neuen Produkte und Dienstleistungen entwickelt, wird langfristig Probleme bekommen. Wir wollen daher die Bedingungen für den Mittelstand verbessern. Dazu gehört mehr staatliche Unterstützung, die zielgenauer ist und mit weniger Bürokratie auskommt. Wir müssen unser Augenmerk vor allem auf die Unternehmen richten, die bisher nicht oder nicht kontinuierlich innovieren. Diese müssen wir stärken, durch Beratung und Förderung.

Das Thema Innovation liegt euch am Herzen. Innovationen sind ja erstmal etwas Positives. Worauf kommt es da aus eurer Sicht an?

Innovationen sind für uns nicht nur technologische Neuerungen sondern auch neue Verfahren und Lösungsstrategien für sämtliche gesellschaftliche Bereiche – von der Wirtschaft über das Arbeitsleben bis hin zum Umweltschutz. Innovationspolitik ist für uns daher Querschnittspolitik, und sie muss von Bürgerbeteiligung begleitet werden, damit sie zustimmungsfähig wird. Wir wollen den Menschen mit seinen Bedürfnissen in das Zentrum unserer Politik stellen.

Ihr führt Gespräche mit Unternehmern, Verbänden und Gewerkschaftsvertretern. Was geschieht eigentlich am Ende eures Dialogprozesses?

Wir führen einen offenen Dialog. Wir wollen wissen, wo der Schuh drückt, und wir suchen nach neuen Ideen. Daher versuchen wir mit Menschen ins Gespräch zu kommen, zum Beispiel Inhaber von kleinen Unternehmen, die sonst nicht über beste Kontakte in die Politik verfügen. Am Ende des Prozesses fließen deren Rückmeldungen, Stellungnahmen, auch deren Kritik und Verbesserungsvorschläge in unsere Konzepte ein. Diese Konzepte versuchen wir dann umzusetzen – und wir werden damit noch in diesem Jahr beginnen.

Das Interview führte Alexander Linden

 

Ihre Meinung ist gefragt!

Weitere Informationen zur Arbeit der Projektgruppe #NeueErfolge finden Sie in diesem PDF-Dokument und auf der Webseite der Projektgruppe.

Der Austausch mit Fachleuten und Bürgerinnen und Bürgern ist in vollem Gange. Die ersten Zukunftsfragen und Ideen hat die Projektgruppe bereits in folgenden Dialogpapieren veröffentlicht: