Wer krank ist, braucht passende Hilfe und die Sicherheit, gut versorgt zu werden. Doch viele Menschen erleben lange Wartezeiten und schlecht aufeinander abgestimmte Behandlungen. Mit ihrem Positionspapier zur Primärversorgung will die SPD-Bundestagsfraktion die Versorgung stärker an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten ausrichten.
„Wir wollen das Leben leichter machen und dass sich Patientinnen und Patienten gut aufgehoben fühlen“, sagt Dagmar Schmidt. Dazu gehören mehr Gerechtigkeit bei der Terminvergabe zwischen Kassen- und Privatversicherten sowie eine verlässliche Versorgung auch auf dem Land.
Ein zentraler Vorschlag ist die verbindliche Termingarantie. Grundsätzlich soll innerhalb von drei Wochen ein Facharzttermin in zumutbarer Entfernung vermittelt werden. Bei medizinischer Dringlichkeit muss es schneller gehen; routinemäßige Kontrollen können länger warten. Ist fristgerecht kein Termin in einer niedergelassenen Praxis verfügbar, soll eine geeignete Krankenhausambulanz die Behandlung übernehmen. „Entscheidend ist der medizinische Bedarf – nicht der Geldbeutel oder der Versicherungsstatus“, betont der gesundheitspolitische Sprecher Christos Pantazis.
Haus- und Kinderarztpraxen sollen als erste Anlaufstellen gestärkt werden und die weitere Behandlung koordinieren. Pflegefachpersonen und andere qualifizierte Gesundheitsberufe sollen dabei mehr Aufgaben übernehmen können. Digitale Ersteinschätzungen und eine bessere Terminvermittlung sollen den Zugang zusätzlich erleichtern.
Die freie Wahl der Haus- oder Kinderarztpraxis bleibt nach dem vorgeschlagenen Modell erhalten. Auch wichtige fachärztliche Direktzugänge, etwa zur Gynäkologie, Augenheilkunde und Psychotherapie, sollen weiter möglich sein. Für Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen oder Behinderungen sind praktikable Ausnahmen vorgesehen.
„Praxisgebühren und finanzielle Sanktionen lehnen wir ab“, stellt die zuständige Berichterstatterin Lina Seitzl klar. „Wir wollen die Menschen durch schnellere Termine und eine bessere Versorgung überzeugen.“
Ziel ist eine Versorgung, in der die Beteiligten besser zusammenarbeiten und Menschen mit ihren gesundheitlichen Problemen verlässlich begleitet werden.