Mag man es nun eine Welle, einen Strom oder gar eine Lawine nennen: Gemeint sind Menschen. Menschen auf der Flucht vor Kriegen, vor Zerstörung, vor Hass und Furcht. Auf dem Weg in eine bessere Zukunft.
Gerade jetzt, nach den furchtbaren Anschlägen in Paris ist es wichtig, klare Unterscheidungen zu machen. Flüchtlinge und Terroristen, das sind zwei paar Schuhe, die nicht miteinander verwechselt werden dürfen. Obwohl sich Bedenken regen, Terroristen unerkannt im Strom der Flüchtlinge nach Europa zu verhelfen, dürfen wir keine falschen Schlussfolgerungen ziehen und vor allem keinen Raum für rechte Stimmungsmache lassen.
Wichtig ist, dass wir uns nach den Ereignissen in Paris nicht von den Terroristen einschüchtern lassen und die Einheit Europas wahren. Muslime bleiben Muslime, Christen bleiben Christen, Juden bleiben Juden, und Terroristen bleiben Terroristen. Diese rote Linie der Trennung müssen wir ziehen, damit es nicht noch mehr zu einer religiösen Absonderung mit verheerenden Folgen kommt. Die Wahrung eines einheitlichen Europas erreichen wir nur durch eine entschlossene und gemeinsame Bewältigung der Flüchtlingskrise. Gemeinsam bedeutet: Alle Mitgliedsstaaten regen eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge innerhalb Europas an, bekämpfen miteinander die Fluchtursache und suchen zusammen nach geeigneten Fluchtalternativen. All das soll zu einer Stärkung Europas führen, nicht zu einer Absonderung politischer Lager. Sei es Front National, Lega Nord, Afd oder Pegida. Ihnen dürfen keine Zugeständnisse gemacht werden, und es muss seitens der Regierung, aber auch seitens der Bevölkerung entschieden darauf geantwortet werden.
Allzu sehr sind wir noch auf freiwillige Helfer angewiesen, zu wenig ist der Ausnahmezustand zu einem kontrollierbaren Thema geworden. Zu fern scheint eine geeignete Lösung. Doch kommt Zeit, kommt Rat. So jedenfalls hoffen viele in unserer Gesellschaft. Doch einfach darauf zu warten, dass sich etwas zum Positiven verändert, wird uns nicht sehr viel weiterbringen. Es müssen klare Entscheidungen und Maßnahmen getroffen werden, um die Integration voranzutreiben und damit die europäische Flüchtlingskrise zu bewältigen.
Deshalb muss das deutsche Asylverfahren optimiert werden, sodass Flüchtlinge schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Es muss eine Alternative zum bislang zumindest in der Theorie geltenden Dubliner Abkommen gefunden werden, und der Wohnungsbau sollte massiv gefördert werden. Außerdem müssen Flüchtlinge, denen Asyl in Deutschland gewährt wurde, unsere demokratischen Werte respektieren und tolerieren. Deutschkurse, in denen über einfache Deutschkenntnisse hinaus diese Wertevorstellungen vermittelt werden, bilden einen guten Anfang und eine solide Basis dafür.
Schlussendlich muss es zu einer würdevollen und humanen Eingliederung der Migranten in die Zivilgesellschaft Deutschlands kommen, in der ein Jeder jeden toleriert. Denn die Würde des Menschen ist und bleibt unantastbar.