Flucht und Vertreibung im 21. Jahrhundert: Warum wir internationale Lösungen brauchen
Fluchtursachen
Freitag, 22.04.2016
Neue Stadtbücherei Augsburg
| Ernst-Reuter-Platz 1, 86150 Augsburg
Sehr geehrte Damen und Herren,
Deutschland diskutiert über Flüchtlingspolitik. Kaum ein anderes Thema schlägt derzeit mehr Wellen. Dabei wird immer wieder das Argument laut, man müsse ja „nur die Fluchtursachen in den Herkunftsländern bekämpfen“. Was aber ist damit eigentlich gemeint?
Der Ausspruch erweckt zuweilen den Eindruck, dass es eine einfache und schnelle Lösung gibt, die uns die Verantwortung für die Flüchtlinge hier in Deutschland abnimmt. Doch dem ist nicht so. Flucht hat ganz unterschiedliche Ursachen: Terror, Krieg, Armut, Hunger oder eine absolute Chancen- und Perspektivlosigkeit in der eigenen Heimat. Viele Menschen geben alles auf und begeben sich in Lebensgefahr, um ihren Familien ein besseres Leben zu ermöglichen. Die bewegenden Einzelschicksale bringen uns auf Tuchfühlung mit dem Elend in der Welt. Einem Elend, das für lange Zeit weit genug von uns entfernt war - nämlich jenseits des Mittelmeeres.
In der Entwicklungspolitik wird deutlich, dass nicht die flüchtenden Menschen selbst das Problem sind, sondern die Fluchtursachen! Um diese zu bekämpfen, braucht es vielfältige und aufeinander abgestimmte Lösungsansätze. Neben den wichtigen nationalen Maßnahmen müssen wir auch die langfristige und vor allem die internationale Perspektive im Blick behalten. Dabei geht es auch um die Frage: Welchen Beitrag können wir leisten, damit die Menschen nicht fliehen müssen?
Die Arbeitsgruppe wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in der SPD-Bundestagsfraktion hat vor diesem Hintergrund ein umfassendes Positionspapier zum Thema Fluchtursachen beschlossen. Wir freuen uns, dazu mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.
Ihre SPD-Bundestagsfraktion
Ulrike Bahr, MdB
Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Gabriela Heinrich
Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung