Statement von Bärbel Bas

Mehrere deutsche Städte planen die Einführung einer Mundschutz-Pflicht aufgrund der Corona-Pandemie. SPD-Fraktionsvizin Bärbel Bas äußert sich hierzu.

„Ein Mundschutz ist für sich alleine kein umfassender Schutz. Er ist kein Ersatz dafür, soziale Kontakte so weit wie möglich zu vermeiden. Er kann aber die Übertragung der Corona-Viren durch die Luft reduzieren. Deshalb kann er als Ergänzung und als weitere Maßnahme sinnvoll sein. Wir müssen uns derzeit darauf konzentrieren, Kliniken, Arztpraxen, Pflegeheime und andere medizinische Einrichtungen mit ausreichend Schutzmaterial zu versorgen. Dort wird dies am dringendsten gebraucht.

Einen zusätzlichen Schutz kann eine Mundschutzpflicht insbesondere für die bringen, die im Beruf im Kontakt mit Menschen sein müssen. Wenn man einen Mundschutz trägt, dann schützt man andere vor einer Tröpfcheninfektion. Der Mundschutz, etwa auch durch das Tragen eines Schals, kann für die, die weiterhin mit vielen Menschen Kontakt haben müssen, die Gefahr einer Tröpfcheninfektion reduzieren – weil deren Risiko sinkt, angesteckt zu werden. Eine Pflicht anordnen müssten aber die Bundesländer oder die kommunalen Gesundheitsbehörden.

Die WHO weist explizit darauf hin, dass es keinen Nachweis dafür gibt, dass ein Mundschutz das Ansteckungsrisiko für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant reduziert. Es darf nicht das falsche Sicherheitsgefühl entstehen, dass man selbst durch einen Mundschutz vor Viren geschützt wäre. Die Vermeidung von Kontakten, Abstandhalten und Hygiene bleiben erforderlich. Eine geeignete Maßnahme kann die Mundschutzpflicht sein, wenn die Zahl der Neuinfektionen soweit reduziert wurde, dass das Kontaktverbot gelockert werden kann. Die Mundschutzpflicht könnte dann dazu beitragen, die Infektionszahlen weiter niedrig zu halten.“